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Versöhnungskirche Geretsried:Aus für das Kindernest

Neue Vorschriften machen Weiterbetrieb unmöglich

Nach 25 Jahren muss die evangelische Versöhnungskirche in Geretsried die Kinderbetreuung einstellen. 1995 war in den Kirchenräumen das "Kindernest" eingerichtet worden, eine Gruppe mit bis zu acht Betreuungsplätzen. Nachdem jüngst aber die Sicherheitsanforderungen an eine solche Einrichtung noch einmal gestiegen sind, müsste man die Räumlichkeiten in größerem Umfang umbauen. Die Kirchengemeinde sei allerdings nicht in der Lage, einen solchen Umbau zu stemmen, erklärt Pfarrer Georg Bücheler. Der Kirchenvorstand habe sich deshalb schweren Herzens dazu entschieden, das Kindernest mit Ablauf des Kindergartenhalbjahres 2020 zu schließen.

Er wisse, sagt Bücheler, dass diese Entscheidung auch auf Unverständnis stoßen werde. Schließlich seien in Geretsried nur unzureichend Betreuungsplätze vorhanden. Die Zukunft des Kindernests habe aber schon immer auf wackligen Füßen gestanden. Schon den Siebzigerjahren habe man überlegt, in einer der wabenförmigen Anbauten der Kirche eine Kinderbetreuungseinrichtung unterzubringen. Der Kirchengemeinde hätten damals aber die finanziellen Mittel gefehlt, so Bücheler. Erst

die Erzieherin Gabi Bauer, die derzeit im Kindergarten der Petruskirche in Geretsried angestellt ist, kam auf die Idee, in einem der Wabenräume eine Gruppe für Kleinkinder einzurichten. Auch da sei die Situation nie einfach gewesen, sagt der Pfarrer. So habe es zum Beispiel keine kindgerechte Toilette gegeben. Von den Behörden sei das Kindernest deshalb auch nur unter Vorbehalt geduldet gewesen. Die neuen Vorschriften ließen es allerdings nicht mehr zu, dass der Kirchenvorstand den Weiterbetrieb verantwortet.

© SZ vom 04.08.2020 / zif

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