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Verkehrspolitik:Kritik läuft ins Leere

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Die Egerlandstraße nach dem Abriss: Zu den neuen Wohn- und Geschäftshäusern plant die Baugenossenschaft auch eine Tiefgarage.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Geretsrieder Stadträte wollen Verkehrsdiskussion später führen

Günther Fuhrmann kommt mit seiner schon in verschiedenen Zusammenhängen geäußerten Kritik an der Geretsrieder Verkehrspolitik einfach nicht voran. Am Dienstag hat es der Entwicklungs- und Planungsausschuss abgelehnt, sich tiefergehend mit Einwänden des FDP-Stadtrats und Behindertenbeauftragten zu befassen. Bürgermeister Michael Müller (CSU) und andere pochten auf die Tagesordnung. Demnach stand lediglich ein Aspekt der Entwicklung an der Egerlandstraße zur Debatte: der Neubauplan der Sparkasse, zu dem nach öffentlicher Auslegung Stellungnahmen eingegangen waren. Der Bebauungsplan wurde am Ende einstimmig verabschiedet.

Zuvor hatte allerdings die Stadtspitze selbst das Thema Verkehr angeschnitten. Stadtbaurat Rainer Goldstein begrüßte Verkehrsgutachter Benedikt Bracher als Gast. Er trug vor, dass die geplante Tiefgarage in der Egerlandstraße mit einem vorgelagerten Kreisverkehr gut funktionieren könne. Bei der von ihm prognostizierten Zunahme des Verkehrs auf 3000 Kfz pro Tag im Jahr 2035 sei ein Kreisel mit einem Durchmesser von 18 Metern auf Höhe des Fasanenwegs voll leistungsfähig. Er könne, so Bracher, "eine Art Tor zum zukünftigen Marktplatzbereich" darstellen. Es sei "mit keinerlei Rückstau oder Verkehrsbehinderung" zu rechnen.

Fuhrmann hingegen stellt Kreisel und Tiefgaragenzufahrt auf der Ostseite - die zweite ist auf der Westseite - in Frage. Im Kreisel sieht er ein Hindernis vor allem für behinderte Menschen. Da er sich für barrierefreie Planung aussprach, sagte er: "Das ist die größte Barriere." Er frage sich außerdem, wo Fußgänger und Radfahrer queren sollten und wo Fahrräder, vor allem die immer gefragteren, teuren E-Bikes geparkt werden sollen. Diese Diskussion wollte der Bürgermeister nicht an dieser Stelle geführt sehen. Und Stadtbaurat Goldstein bekräftigte das: "Wir werden in einem anderen Schritt in die Planung der Egerlandstraße gehen." Müller wies Fuhrmann zudem darauf hin, dass die Tiefgaragenzufahrten nicht mehr zur Disposition stünden. Der Baugenossenschaft Geretsried, die an der Egerlandstraße neu baut, liege ja bereits die Baugenehmigung vor.

© SZ vom 13.02.2020 / fam
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