Scheiterten bislang Initiativen für mehr Schulweg- und Verkehrssicherheit in der Kommune Münsing an rechtlichen Vorgaben, dürfte die novellierte Straßenverkehrsordnung nun Lösungsmöglichkeiten zulassen. Konkret stehen ein Zebrastreifen an der Kreuzung der Bach- mit der Hauptstraße und Einbauten an den Holzhauser Ortseinfahrten im Fokus, worüber der Gemeinderat voraussichtlich noch im September 2025 entscheiden soll.
Im Vorfeld will der im Vorjahr neu formierte Arbeitskreis (AK) Verkehrsberuhigung das Momentum nutzen und mit einer Diskussionsveranstaltung möglichst viele Münsinger ansprechen. Im Ammerlander Feuerwehrhaus erwarten die Organisatoren am Dienstag, 9. September (Beginn: 19.30 Uhr), als Expertin die frühere Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADF), Bernadette Felsch, die in Münsing aufgewachsen ist. „Unser Wunschziel ist, dass möglichst viele Leute aus Münsing und Holzhausen kommen“, sagt Petra Schulze. Die stellvertretende Vorsitzende des Ostuferschutzverbands (OSV) zählt zur Kerngruppe des partei- und vereinsübergreifenden AK Verkehrsberuhigung.
In Holzhausen könnte die Kommune laut dem beauftragten Büro Modus Consult den Straßenverkehr durch s- oder ovalförmige Einbauten an den Ortseinfahrten einbremsen. Dafür braucht es allerdings Grund von Privateigentümern. Häufig ist das bei kommunalen Projekten wie etwa dem Radwegneubau ein schwieriges Thema. Wie realistisch mögliche Verkaufsabsichten sind, könnte am Diskussionsabend ausgelotet werden, glaubt Schulze. Alternativ müsste sich die Kommune ihrer Ansicht nach auf fest installierte Blitzeranlagen konzentrieren, die in der Gemeinderatssitzung Ende August ebenso Thema waren.
Messungen aus dem Jahr 2024, wonach in Holzhausen circa 70 Prozent aller Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren, zeigen in jedem Fall Handlungsbedarf. Mehr Sicherheit ihrer Kinder aus dem Osten Münsings, die zur Grundschule nach Westen müssen, fordern Eltern seit vielen Jahren. Ein Zebrastreifen an der Kreuzung von Bach- und Hauptstraße und Tempo 30 im direkten Umkreis sowie ein mit Hochbord geführter neuer Gehweg in der Bachstraße in Richtung Dorfplatz könnten die Situation verbessern.
An der Seeuferstraße beschweren sich Anwohner über rasende, Passanten gefährdende Radfahrer. Die Kommune kann aber erst handeln, wenn die dortige Kreis- zur Gemeindestraße abgestuft wird. Nur dann wäre die Strecke im eigenen Verantwortungsbereich. Derzeit laufen darüber Gespräche. Zu jeder Maßnahme muss aber letztgültig das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen entscheiden.


