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Verkehr:Mini-Kreisel am Markt

Kreisverkehr am Amortplatz

Der Kreisel an der Fußgängerzone soll ähnlich wie der auf der anderen Brückenseite aussehen.

Bad Tölz will die Verkehrsflächen zwischen Isarbrücke und Fußgängerzone umgestalten

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Zwischen der Isarbrücke und dem Eingang zur Fußgängerzone soll ein neuer Kreisverkehr entstehen. Dies haben die Tölzer Stadträte im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Der neue Kreisel soll ein Pendant zu jenem am Amortplatz auf der anderen Brückenseite sein: Die Insel in der Mitte besteht aus Pflastersteinen, damit auch Busse und Lastwagen durchfahren können. Die Fußgänger bekommen drei Querungshilfen an den Seitenarmen auf der Säggasse, dem Kapellengasteig und auch auf der Isarbrücke. Dort fällt eine Fahrspur Richtung Marktstraße weg, dafür gibt es zwei Streifen für Radler. Die Kosten werden mit knapp 250 000 Euro veranschlagt.

Schon Ende 2019 hatte der Bauausschuss über einen neuen Mini-Kreisverkehr am nördlichen Brückenkopf debattiert, nachdem Stadtrat Franz Mayer-Schwendner (Grüne) und die damalige SPD-Stadträtin Camilla Plöckl den Antrag gestellt hatten, einen gemeinsamen Fuß- und Radweg auf der Isarbrücke auszuweisen. Damals erhielt das Verkehrsplanungsbüro "Brilon- Bondzio-Weiser" aus Bochum den Auftrag, die Umgestaltung der Kreuzung zu untersuchen, auf der Ampeln bislang den Verkehr regeln. Die Fachleute zählten am 2. Juli vorigen Jahres von 7 bis 19 Uhr dort Autos, Radfahrer und Fußgänger. Das Ergebnis: Zwischen 16 und 17 Uhr sind 1391 Fahrzeuge in der Spitze unterwegs, knapp 200 mehr als mittags und 471 mehr als morgens. In den zwölf Stunden nutzten etwa 4000 Passanten und 422 Radler die Kreuzung.

Auf Basis dieser Daten kam das Büro zu dem Schluss, dass ein Mini-Kreisel mit 18 Metern Durchmesser, fünf Meter breiter Fahrbahn und einer inneren Insel von acht Metern Durchmesser die Situation für Autofahrer und Fußgänger verbessern würde. Weitere Vorteile: Die Radler bekämen eigene Streifen, das Fahrtempo würde insgesamt langsamer und gleichmäßiger, für alle Verkehrsteilnehmer reduzierten sich die Wartezeiten. Alexander Schindler vom Ordnungsamt der Stadt wies darauf hin, dass auch der Lieferverkehr zur Fußgängerzone "deutlich verbessert" werde, beispielsweise während der Märkte. "Das ist ein weiteres Zuckerl", sagte er. Angesichts der wachsenden Zahl an Fahrzeugen wäre eine Ampelregelung künftig kaum mehr ausreichend. Schon jetzt sei der Verkehrsfluss vor allem aus der Säggasse hoch. Bei der Simulation eines Kreisverkehrs durch das Bochumer Büro zeige sich hingegen "kein Rückstau in die Säggasse hinein", sagte Schindler.

René Mühlberger äußerte sich überzeugt, dass Bad Tölz am Eingang zur Fußgängerzone durch den Kreisel gewinnt. Wenn viele Besucher beispielsweise zu den Märkten unterwegs seien, müsse man sich "möglicherweise ergänzend noch etwas überlegen", regte der CSU-Fraktionssprecher an. Das Aufkommen an Passanten sei am Kreisel auch dann zu bewältigen", meinte Schindler. "Es gibt ja auch jetzt Leute, die hübsch bei Rot rübergehen." Anton Mayer (CSU) vermisste einen Ansatz für die Planungskosten im aktuellen Haushalt. Auch wenn der Kreisel erst in drei, vier Jahren gebaut werde, müssten die Ausgaben abgedeckt sein. Von einer "guten und erfolgversprechenden Maßnahme" sprach Grünen-Stadtrat Mayer-Schwendner. "Schön, dass es jetzt vorwärts geht." Eine eigene Bucht am Eingang zur Marktstraße wünschte sich Dorothea Bigos (Grüne): "Damit die Möglichkeit besteht, jemanden aussteigen zu lassen." Schindler sah das skeptisch. "Das ist vom Platz her nicht so das Problem, aber da werden sich dann auch andere reinstellen", warnte er.

© SZ vom 27.03.2021
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