Besondere Dienstleistung:Ein Bus für Vereine und Senioren

Besondere Dienstleistung: Der Kleinbus sollte auch Kinderwagen und Rollstuhlfahrer befördern können.

Der Kleinbus sollte auch Kinderwagen und Rollstuhlfahrer befördern können.

(Foto: Robert Haas)

Die Stadt Penzberg erwägt den Kauf eines Kleintransporters, den ihre Bürgerinnen und Bürger nutzen können. Dazu startet sie eine Online-Umfrage.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Das Thema Anschaffung eines Bürger- oder Vereinsbusses beschäftigt das Penzberger Rathaus schon geraume Zeit. Die SPD-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Penzberger Seniorenbeirat ist ebenfalls interessiert. Doch vor allem die Kosten für Anschaffung und Wartung wie auch die offene Frage nach der Trägerschaft eines solchen Projekts hemmten bislang die Umsetzung. Dem Stadtrat lagen kürzlich zwei Modelle zur Kenntnisnahme vor: So könnte der Kleinbus von einem Verein unterhalten werden, oder die Stadt organisiert diesen Dienst für ihre Bürgerinnen und Bürger.

Bayram Yerli hatte den Antrag im Namen der SPD-Fraktion eingereicht. Als Referent für Menschen mit Behinderung und Seniorenreferent sei er öfter angesprochen worden, ob die Stadt - wie auch in Nachbargemeinden - einen Kleinbus anschaffen könne. Dieser soll nicht allein Vereinen und Ehrenamtsgruppen zur Verfügung stehen, mit ihm könnten auch Senioren zu den in der Kreisstadt Weilheim ansässigen Fachärzten gebracht werden.

Verein soll Kleinbus unterhalten

Die Verwaltung präferiert ein Trägervereinsmodell, wie es etwa in der Nachbargemeinde Iffeldorf der Fall ist. Dort hat die Nachbarschaftshilfe - ein eingetragener Verein - einen Neunsitzer-Bus zur Personenbeförderung (mit und ohne Rollstuhl) und anderen Fahrten. Jeder Iffeldorfer kann den Bus ausleihen. Nicht-Vereinsmitglieder dürfen ihn allerdings nur mit einem Fahrer der Nachbarschaftshilfe nutzen. Der Verein unterhält ein Team von acht Fahrern, der Vorstand organisiert den Verleih. Die Nachbarschaftshilfe hat den Kleinbus für circa 50 000 Euro selbst gekauft, die Gemeinde den Erwerb mit 21 000 Euro gefördert.

Beim zweiten Modell verbleibt der Vereinsbus in kommunaler Trägerschaft. So etwas gibt es in Garmisch-Partenkirchen und Augsburg. Die Nutzung steht in Garmisch-Partenkirchen laut Satzung allein dort eingetragenen Sport- und Kulturvereinen zur Verfügung. Allerdings gibt es dort immer wieder Probleme, weil das Fahrzeug unter anderem stark verschmutzt zurückgebracht wird.

Im Penzberger Rathaus sähe man es gerne, wenn sich ein Verein um einen solchen Kleinbus kümmern würde, wie es in Iffeldorf der Fall ist. Nun müssen sich nur noch Bürgerinnen und Bürger finden, die dazu bereit wären. Die Verwaltung startet eine Online-Abfrage unter den Penzberger Vereinen. Sie sollen mitteilen, ob sie Bedarf an einem gemeinsam genutzten Fahrzeug haben. Die Umfrage läuft bis 11. Dezember 2023.

In der Stadtratssitzung berichtete Bürgermeister Stefan Korpan (CSU), dass der Eisenbahnersportverein (ESV) einen Bus angeschafft habe. Mit dem Verein liefen Gespräche, wie das Fahrzeug an andere Gruppen und Senioren ausgeliehen werden könnte. Grundsätzlich sei der ESV offen für die Idee.

Der Link zur Umfrage ist auch auf der Homepage der Stadt Penzberg unter der Rubrik "Aktuelles" zu finden.

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