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Verbindungen ohne Lücken:Radeln soll sicherer werden

Münsing formuliert Wünsche fürs Kreis-Radverkehrskonzept

Von Benjamin Engel, Münsing

Wer radelt, kennt die Situation meist zu genau: Der Radweg endet abrupt, und wenn es ganz ungünstig wird, geht es nur noch auf der Straße voller Autos weiter. Im Netz der Radwege im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und den kommunalen Nachbarbezirken gibt es viele solcher Lücken. In Münsing hat die Kommune beispielsweise die Verbindung entlang der Staatsstraße Richtung Weipertshausen gebaut und im Vorjahr eröffnet. Doch durch den Wald nach Allmannshausen (Landkreis Starnberg) geht es nur auf der kurvigen, schmalen Straße weiter. Der Grunderwerb stockt. Eine sichere Verbindung soll im Entwurf für das Radverkehrskonzept des Landkreises stehen. Das hat der Münsinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Der Tölzer Kreistag hat 2019 beschlossen, das Verkehrskonzept für Alltagsradler zu entwickeln. Das Ziel: Künftig soll es möglichst überall möglich sein, sicher und schnell zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen radeln zu können. Viele Lücken machen diese Wege momentan häufig noch zu gefährlich. In Workshops haben Kommunalvertreter über gemeindeübergreifende Lösungen debattiert.

Um die Lücke zwischen Allmannshausen und Weipertshausen zu schließen, bemühen sich der Berger Bürgermeister Rupert Steigenberger und sein Münsinger Amtskollege Michael Grasl (FW) um eine Lösung. Zum nötigen Grunderwerb für eine Straßensanierung und den Radwegbau haben beide im vergangenen September erneut Gespräche geführt. "Es geht unter anderem um faire Konditionen", erklärte Grasl heuer in der Bürgerversammlung. Es gehe darum, auf das Staatliche Bauamt Weilheim einzuwirken. Mit einem Planfeststellungsverfahren und "Enteignungsgespenstern" lasse sich dies nicht auf die lange Bank schieben.

Zusätzlich zur Verbindung nach Allmannshausen wünscht sich Münsing vor allem sichere Radwegeverbindungen zwischen Ammerland und dem Hauptort Münsing, von dort nach Holzhausen sowie zur Garmischer Autobahn A 95 und zwischen Sankt Heinrich und der A 95. Diese sollen laut Bauamtsleiter Stephan Lanzinger auch im Radverkehrskonzept des Landkreises auftauchen.

Christine Mair (Grüne) regte an, Ab- und Unterstellplätze für Räder beim Pendlerparkplatz an der Münsinger Autobahnausfahrt einzurichten. Auf ihren Wunsch schlägt Münsing auch vor, dass der Autobahnzubringer B 11a besser mit dem Rad zu queren sein soll. Dort von der alten Wolfratshauser Straße auf die andere Straßenseite oder retour zu kommen, ist schwierig und gefährlich. Dies zu lösen, wird aber nicht gerade leicht sein. Denn für den Autobahnzubringer ist der Bund und damit ein übergeordneter Baulastträger zuständig. Darauf hatte Landrat Josef Niedermaier (FW) in der diesjährigen Münsinger Bürgerversammlung hingewiesen.

© SZ vom 27.10.2020
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