Mountainbikerin Valeria Ketterl:Über Stock und Stein zu neuen Höhen

Lesezeit: 3 min

Valeria Ketterl

Mountainbiker wie Valeria Ketterl müssen querfeldein Hindernisse bewältigen und dafür eine gute Balance haben.

(Foto: Florian Konrad)

Die Benediktbeurerin ist 14 Jahre alt, oberbayerische Vizemeisterin im Cross Country und im Landeskader aufgenommen. Hinter ihren sportlichen Erfolgen stecken viele Trainingsstunden und viel familiärer Rückhalt.

Von Julia Graber

Baumstämme, große Steine oder Holz-Paletten - all solche Hürden müssen Mountainbikefahrende bei einem Rennen sicher überwinden. Die Benediktbeurerin Valeria Ketterl mag zwar erst 14 Jahre alt sein, dennoch zeigt sie bereits vielen anderen in dieser Sportart, wie es geht: Als Mitglied im Turn- und Sportverein (TSV) Benediktbeuern-Bichl fährt sie leidenschaftlich gerne Mountainbike (MTB). Und sie nimmt an vielen Rennen teil, und das mit großem Erfolg. Jüngst etwa wurde Ketterl oberbayerische Vizemeisterin im Mountainbike Cross Country, kurz XCO genannt. Das wiederum ist eine MTB-Disziplin, die meist auf Feld- oder Waldwegen mit kleineren Steigungen und Abfahrten ausgeübt wird.

Die Mountainbiker müssen querfeldein verschiedene Hindernisse bewältigen respektive unfallfrei überfahren. Hierbei kommt es auf eine gute Bremstechnik, Balance sowie das richtige Versetzen von Vorder- und Hinterrad an. Aber auch die perfekte Ausrüstung wie Helm, Handschuhe, Sonnenbrille und ein gutes Fahrrad sind unerlässlich.

Die Streckenlänge und der Schwierigkeitsgrad variieren dabei je nach Renn-Veranstalter. Die Gesamtstrecke bei der Bayerischen Meisterschaft jüngst in Wombach, an der Ketterl als oberbayerische Vizemeisterin ebenfalls teilnahm, war acht Kilometer lang und umfasste drei Runden. Hier belegte die Schülerin den fünften Platz. "Das war schwer. Es gab viele Herausforderungen durch die technischen Hindernisse", sagt die 14-Jährige. Zum Beispiel "Sprungschanzen, die steil hoch und wieder runter gehen", erklärt sie.

Valeria Ketterl

Dreimal in der Woche trainiert Valeria Ketterl das Mountainbiken.

(Foto: Anneliese Merz-Ketterl/Privat/OH)

Das erste Rennen fuhr Ketterl mit dem Laufrad im Alter von drei Jahren. Später, mit fünf Jahren, begann sie mit dem Mountainbikefahren. "Ich mag besonders das XCO", sagt die junge Sportlerin, "da hier eine gewisse Schwierigkeit besteht." Für die Teilnahme an den Rennen trainiert Ketterl für gewöhnlich dreimal in der Woche: "Meistens Mittwoch und Freitag. Manchmal aber auch Montag oder Dienstag."

Bei der oberbayerischen Meisterschaft in Inzell holte sich Ketterl schließlich eine große Belohnung für ihren Trainingsfleiß an: Sie wurde Zweite im Rennen der Schülerinnen U 15 und damit Vizemeisterin. Gefahren wurde eine Strecke von über fünf Kilometern, die in sechs Runden absolviert wurde. Auf dieses Ereignis schaut die 14-Jährige gern zurück. Die gewonnen Medaillen hängen in ihrem Zimmer; Pokale stehen im Keller, auf einem eigens für sie gebautem Regal. "Das wird dann das Pokalzimmer", sagt Ketterl lachend.

Auch das Rennen auf der gewohnten Heimatstrecke des TSV Benediktbeuern-Bichl ist ihr gut in Erinnerung geblieben. Hier umfasste die Gesamtstrecke neun Kilometer und drei Runden. Erstmals machte im vergangenen Jahr die MTB Bayernliga Station in Benediktbeuern. So zählten die Rennen auch für die Wertung der Liga. Schneiden Sportlerinnen und Sportler bei Bayernliga-Rennen gut ab, können sie in den Landessichtungskader aufgenommen werden. So auch Ketterl, die inzwischen im Kader U 15 ist. Hier besteht das Grundlagentraining aus der Heranführung an verschiedene Rad-Disziplinen. Zudem ist das Training technikorientiert, damit der Umgang mit dem Rad erlernt wird. Gleichzeitig zielt der Landeskader unter anderem auf eine erfolgreiche Teilnahme an Rennen der Bayernliga sowie an Basislehrgängen ab.

Valeria Ketterl

In diesem Jahr freut sich die oberbayerische Vizemeisterin besonders auf die Bundesnachwuchssichtung (BNS), die neben dem Cross-Country-Rennen auch aus anderen Disziplinen wie einem Technikwettbewerb besteht.

(Foto: Anneliese Merz-Ketterl/Privat/OH)

Die junge Benediktbeurerin besucht die Realschule Hohenburg in Lenggries. Da die Rennen am Wochenende sind, lasse sich der Sport gut mit der Schule vereinbaren. "Manchmal schaue ich mir die Sachen im Auto an, aber ich versuche, sie unter der Woche zu erledigen", sagt sie. Aktuell möchte sie auch weiter zur Schule gehen und diese mit dem Fachabitur abschließen. "Aber das kommt drauf an, wie ich in der 10. Klasse bin."

Die Mountainbikerin erhält viel Rückhalt aus ihrer Familie, die auch zum Zuschauen und Anfeuern kommt. "Meistens ist meine Mama dabei und mein Bruder", sagt Ketterl stolz. "Meine Mama und mein Bruder fahren auch Mountainbike, und der Papa geht mit uns auf Ski-Touren oder spielt Tennis mit uns", ergänzt sie. Daher findet man die Schülerin auch mehr an der frischen Luft als bei Innen-Aktivitäten. "Ich bin nicht so der Leser, ich mag es eher, was draußen zu machen."

Trotzdem schaut sie in ihrer Freizeit gerne Serien wie "Hubert und Staller" oder "Die Bergretter". Zudem ist die Schülerin auf Youtube unterwegs und folgt dem Sportler Fabio Wübner. "Den finde ich einfach cool", sagt Ketterl über den Österreicher. Wübner ist unter anderem Downhill-Biker, eine MTB-Kategorie. Hier muss eine Strecke, die bergab geht, schnellstmöglich gemeistert werden. Seine waghalsigen Stunts präsentiert Wübner auf seinem Youtube-Kanal, den Ketterl gerne anschaut.

In diesem Jahr freut sich die oberbayerische Vizemeisterin besonders auf die Bundesnachwuchssichtung (BNS), die neben dem Cross-Country-Rennen auch aus anderen Disziplinen wie einem Technikwettbewerb besteht, bei dem Geschicklichkeit gefragt ist. Und die nächsten Wettkämpfe stehen für die 14-Jährige an: Am Sonntag, 6. Februar, heißt es Daumen drücken für ein Rennen in Korbach, Hessen, sowie für eines am 20. März in Obergessertshausen, Landkreis Günzburg.

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