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Unwetter:Sturm lässt 180 Jahre alte Blutbuche in Kloster Benediktbeuern brechen

Sturmschäden Kloster Benediktbeuern

Sturm im Klosterhof: In Benediktbeuern ist ein Stamm einer 180 Jahre alten Blutbuche abgebrochen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Womöglich ein Wirbelwind hat einen der beiden Stämme abgerissen. In Wolfratshausen brennt ein Wohnhaus, weil wohl ein loses Kabel eine Kurzschluss verursacht hat.

Der heißeste Tag des Jahres war kein guter für Bäume. Der Dienstag, der zunächst mit tropischen Temperaturen und blauem Himmel an die Badeseen gelockt hatte, wartete am Abend mit einem heftigen Gewitter auf. Sintflutartiger Regen und Blitzfeuerwerk wurden begleitet von einem tosenden Sturm, dem einige Bäume zum Opfer fielen.

Im Innenhof des Benediktbeurer Klosters hat der Sturm einen der beiden Stämme einer 180 Jahre alte Blutbuche abgerissen. Von einem lauten Knall gegen 21.30 Uhr berichtet Pater Karl Geißinger. Vermutlich habe ein Wirbelwind den prächtigen Baum erwischt. Nun fehle ein Drittel der Buche. Allerdings könne der Rest des Baumes nach Untersuchnungen einer Spezialfirma erhalten bleiben.

Im Landkreis mussten die Feuerwehren sechsmal ausrücken, um umgestürzte Bäume von der Straße zu räumen, berichtet Kreisbrandrat Karl Murböck: im Bad Heilbrunner Ortsteil Fletzen, im Lenggrieser Weiler Vorderriß, in Thanning, Beuerberg und im Ickinger Ortsteil Dorfen. Auch die Polizei Geretsried berichtet von etlichen umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen. Personen- oder Sachschäden habe es nicht gegeben. Allerdings warf der Sturm einen Bauzaun am Karl-Lederer-Platz um, der gegen ein Auto prallte.

Mit dem Unwetter hängt wohl auch ein Brand auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses in der Tiroler Straße in Wolfratshausen zusammen. Ein Anwohner alarmierte am Mittwoch gegen 5.45 Uhr die Integrierte Leitstelle, weil er Flammen und Rauch auf dem Flachdach sah. Die Wolfratshauser Feuerwehr konnte den Brand im Kaminbereich schnell löschen. Zur Sicherheit wurden alle 14 Wohnungen abgesucht, zwei mussten aufgebrochen werden.

Gertrud Fischer, die im Erdgeschoss wohnt, war schon wach, als sie die Sirenen hörte. Sie habe zunächst gedacht, der Einsatz sei woanders, erzählt die 83-Jährige. Dann aber habe sie den Wagen mit Leiter vorm Haus gesehen. Feuerwehrleute hätten sie aufgefordert, die Wohnung zu verlassen, Angst habe sie nicht gehabt. Um kurz nach sieben war der Brand gelöscht, sie konnte wieder in ihre Wohnung. Laut Polizei war vermutlich wegen des Unwetters ein Kabel am Lüftungsschacht gerissen und hatte einen Kurzschluss ausgelöst. Der Schaden wird auf etwa 5000 Euro geschätzt.

© SZ vom 03.08.2017 / aip
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