Sturmschäden:Unwetter wütet im Landkreis-Norden

Lesezeit: 2 min

Sturmschäden: Im Landkreis wütete in der Nacht ein Sturm, der etliche Bäume und Dächer beschädigte. Hier beseitigt die Feuerwehr Sturmschäden an einem Baum vor dem McDonald's-Restaurant in Wolfratshausen.

Im Landkreis wütete in der Nacht ein Sturm, der etliche Bäume und Dächer beschädigte. Hier beseitigt die Feuerwehr Sturmschäden an einem Baum vor dem McDonald's-Restaurant in Wolfratshausen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Rund um Wolfratshausen, Icking und Münsing muss die Feuerwehr weit mehr als hundert Mal ausrücken, weil umgeknickte Bäume Straßen blockieren. Hausdächer und Autos werden beschädigt. Auch ein Zug der Linie S7 muss geräumt werden.

Von Benjamin Engel

Das Unwetter in der Nacht von Montag auf Dienstag hat im Landkreis-Norden besonders schlimm gewütet. Rund um Wolfratshausen, Icking und Münsing knickten zahlreiche Bäume um und versperrten Straßen. Der stürmische Wind deckte Dächer ab, Wasser drang in Gebäude ein. Nachdem ein Baum in die Oberleitung der S7 gekracht war, mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr 35 Fahrgäste bei Schlederloh aus einem stehenden Zug befreien. Zudem wurde zwischen Icking und Wolfratshausen ein massiver Pavillon auf die Gleise geweht.

Laut dem Kreisfeuerwehr-Sprecher Stefan Kießkalt ist keiner der S-Bahn-Passagiere verletzt worden. Bis Dienstagnachmittag war ein Schienenersatzverkehr zwischen den Haltestellen Ebenhausen/Schäftlarn und Wolfratshausen eingerichtet. Um 16.38 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Insgesamt berichtet Kießkalt von 130 Einsätzen, vor allem in Wolfratshausen. Im Süden des Landkreises gab es dagegen keine Einsätze.

Mehr als einhundert Notrufe sind eingegangen, berichtet die Wolfratshauser Polizei. Alle Feuerwehren aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen seien alarmiert worden, um die Einsatzkräfte in Wolfratshausen und Weidach zu unterstützen. Dort hatte der Sturm auch Anhänger, Baustellenzäune- und -schilder weggeweht. In Wolfratshausen wirbelte der Wind ein Gartenhaus auf, das eine Frau am Arm traf und verletzte. Laut Polizei suchte die Bewohnerin selbst das Krankenhaus auf, um sich behandeln zu lassen.

Ebenso kam es zu Verkehrsunfällen, allerdings ohne Verletzte. Bei Icking stürzten Bäume auf die Fahrbahn der Garmischer Autobahn 95. Blätter überschwemmten die Gullis, so dass dort auch Wasser stand. Dadurch kam laut Polizei ein Autofahrer ins Schleudern, drehte sich um die eigene Achse und krachte in die Leitplanke. In Egling stützte ein Baum auf die Straße. Zwei Autos konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhren auf das Hindernis. In Wolfratshausen wirbelten Styroporplatten umher, weswegen ein Autofahrer abbremste. Das bemerkte ein folgender Fahrer zu spät und fuhr von hinten auf.

Von einer ungewöhnlichen Nordostwindlage berichtet Markus Geigel, Kommandant der Ammerlander Feuerwehr. "Die Bäume sind parallel zum Ostufer des Starnberger Sees und damit längs auf die Straße gefallen." Deswegen seien die Stämme nur schwer zu bergen gewesen. Auf der Seestraße nördlich des Münsinger Badeplatzes fielen auf einem Grundstück Bäume um, beschädigten Auto und Dach des Hausinhabers, drei davon landeten auf der Straße. Für die Aufräumarbeiten sei die Straße drei Stunden lang gesperrt gewesen, so Geigel. Ebenso habe die Elzerbergstraße gesperrt werden müssen, weil ein Baum auf eine Gartenmauer gefallen sei und in drei Metern Höhe über der Straße hing.

In Münsing riss das Unwetter laut Pfarrer Martin Kirchbichler ein etwa ein Quadratmeter großes Loch in das Kirchendach. Laut dem stellvertretenden Kommandanten der Münsinger Feuerwehr, Christoph Lechner, blieb auch ein Aussiedlerhof ohne Strom, weil ein Mast an einem Feldweg umgeknickt war. Äste seien auf Haupt- und Nebenstraßen gefallen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema