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Unvollständiger Radweg:Eine Lücke voller Tücke

Der neue Radweg zwischen Münsing und Allmannshausen endet abrupt in Weipertshausen. Das letzte Teilstück wird wohl erst 2021 gebaut. Bis dahin müssen Radler auf die gefährliche Staatsstraße wechseln

Radfahrer haben ihn schon ausprobiert, Spaziergänger und Paare mit Kinderwagen schritten ihn ab: Noch vor dem Jahreswechsel ist der Radweg entlang der Staatsstraße zwischen Münsing und Allmannshausen fertig geteert. Im Spätsommer waren die Baufahrzeuge angerollt. Dann ging alles sehr schnell: Es wurde gegraben, geschaufelt, Bodenunebenheiten hat man weitmöglichst ausgeglichen und das Erdreich neu befestigt. Nur noch kleine Restarbeiten stehen aus.

Das Ungute: Der neue zwei Kilometer lange Fahrradweg endet abrupt in Weipertshausen. Bis dahin ist die Gemeinde Münsing zuständig und hat auch die Grundverhandlung mit den Bauern geführt. Ab Weipertshausen sind die Berger am Zug. Sie wollen den Radlweg schließen, der schon jetzt durchgängig von Percha bis Allmannshausen führt. Damit es ein bisschen schneller geht, haben sich die Berger bereit erklärt, den Weg in kommunaler Sonderbaulast zu bauen. Das bedeutet: Die Gemeinde bezahlt ihn erst mal selbst und erhält dann einen Großteil der Kosten vom Freistaat zurück.

In Allmannshausen endet der Radweg. Das Stück bisWeipertshausen lässt auf sich warten, denn gleichzeitig mit dem Radweg muss auch der letzte Teil der Staatsstraßezwischen Berg und Münsing ausgebaut werden.

(Foto: Arlet Ulfers)

Auf Münsinger Flur baute gleich der Freistaat. Das Problem der Berger ist allerdings, dass erst mit dem Bau des Radwegs begonnen werden kann, wenn das Staatliche Bauamt die Staatsstraße ausbaut. Schließlich gilt es, beide Maßnahmen zu koordinieren. Und das dauert. "Das Ganze liegt in der Hand des Straßenbauamts Weilheim", sagt Bergs Bürgermeister Rupert Monn zur SZ. Er hatte diverse Unterredungen in dieser Sache. Schon, weil er und sein Münsinger Amtskollege Michael Grasl schnell weiterkommen wollten.

Grasls Vorteil: Die Staatsstraße ist auf seiner Seite bereits ausgebaut. Man konnte also auch mit dem Radweg loslegen, während Monn die Hände noch immer gebunden sind. "Dass es so lange dauert, stört mich sehr", sagt er. Die Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern führt das Straßenbauamt. Für die Waldflächen wurden bereits Wertgutachten erstellt. Vor einer Woche hat die Weilheimer Behörde den Grundstückseigentümern laut Monn Kaufangebote für ihre Waldgrundstücke zugestellt. Und doch dauert es. "Bei der Einweihung der Münsinger Strecke habe ich die mündliche Zusage erhalten, dass 2020 mit dem Ausbau begonnen wird," erzählt Monn der SZ. Sein unüberhörbarer Appel an die Adresse der Weilheimer Straßenbauer: "Später sollte es wirklich nicht mehr werden." Doch es wird wohl später. "Wir werden erst 2021 so weit sein, dass wir bauen können", sagt Martin Herda, der für Bad Tölz-Wolfratshausen zuständige Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim, der das Projekt betreut. Die Straßenplanung für die 1,2 Kilometer lange Strecke nach Allmannshausen (Kostenpunkt 300 000 Euro) sei zwar schon "weit gereift", aber die Vorarbeiten bräuchten einfach ihre Zeit.

Problematische Engstelle

Der Geh- und Radweg zwischen Berg und Höhenrain ist ebenfalls bis auf ein kleines Teilstück durchgängig. Einzig in Allmannshausen ist der Weg so schmal und die Bebauung reicht so dicht an die Straße heran, dass er rein rechtlich nicht als Geh- und Radweg ausgewiesen ist, sondern nur als Gehweg. "Hier ist kein zusätzlicher Grunderwerb möglich", sagte Bürgermeister Rupert Monn in der jüngsten Sitzung des Berger Gemeinderats auf eine Anfrage der QUH-Fraktion. In diesem Zusammenhang wurde auch vorgeschlagen, statt des Radwegs wenigstens einen Fahrradschutzstreifen in Aufhausen auf die Fahrbahn zu malen. Doch dann müssten die Radler, die von Aufkirchen nach Höhenrain fahren, die Staatsstraßen zwei Mal überqueren, da Schutzstreifen nur in Fahrtrichtung befahren werden dürfen. Rupert Steigenberger (BG) forderte in diesem Zusammenhang ein gesamtes Radwegwegekonzept für den Landkreis. Bad

Es ist dennoch verständlich, dass Monn zur Eile drängt. Denn die Staatsstraße ist für Fahrradfahrer sehr gefährlich, da sie gerade ist und recht breit. "Es wird hier immer sehr schnell gefahren", sagt der Münsinger Bauamtsleiter, Stephan Lanzinger. Er stammt aus Münsing und kennt die Straße aus eigener Radlerfahrung. "Gerade weil die Ortsverbindung so gefährlich war, haben Radler sie meist gemieden und sind auf die Seestraße ausgewichen", erzählt er. Das dürfte sich erst ändern, wenn der Radweg ganz fertig ist.