Uni-Projekt Drohne über Penzberg

Simon Wolf, Hannes Schoiren und Andreas Wagner hinterm Tachymeter (von links) gehören zum Vermessungstrupp.

(Foto: Alexandra Vecchiato)

Angehende Geodäten vermessen Kleingartenanlage

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Sollte in den nächsten zwei Wochen eine Drohne über dem Penzberger Stadtteil Steigenberg gesichtet werden, müssen sich die Anwohner keine Sorgen machen. Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München vermessen die Kleingartenanlage an der Wankstraße. Ziel ist es, exakte Pläne der Parzellen zu erhalten. Die im Rathaus vorliegenden Dokumente zur Kleingartenanlage sind veraltet.

Die Stadt brauche diese Daten zur Sicherheit, sagte Angelika Rihm vom Liegenschaftsamt bei der Präsentation des Projekts. Mit den neuen Plänen stünde exakt fest, wie groß jede der verpachteten Parzellen sei. An der Wankstraße gibt es 80 Kleingartenparzellen, die Anlage ist insgesamt etwa 1,6 Hektar groß. Rihm war es auch, die den Kontakt zwischen der Hochschule und der Stadt herstellte. Bei der Bayerischen Woche der Geodäsie im Sommer 2018 sprach die Rathaus-Mitarbeiterin am Stand auf dem Odeonsplatz Professor Dr. Jens Czaja an. Für ihn ein Glücksfall, denn die angehenden Geodäten (Vermessungsingenieure) müssen sich während eines Praxissemesters an einem "realen Projekt" erproben - in diesem Fall die Vermessung der Kleingartenanlage an der Wankstraße. In dieser Woche sind 18 Studierende des Bachelor-Studiengangs in Penzberg, kommende Woche arbeiten 17 in der Stadt. Sie alle sind im sechsten Semester und kommen aus ganz Bayern. Ihr Hauptquartier haben die jungen Frauen und Männer samt ihren Professoren in der alten Stadtbücherei bezogen. Im ersten Stock sind Feldbetten aufgestellt, im Erdgeschoss stehen auf Tischen Laptops und Funkgeräte. Daneben lagern Tachymeter und andere Gerätschaften zur Vermessung.

Neben der Kleingartenanlage werden die Studierenden auch die Hubkapelle vermessen. Dort kommt Hightech zum Einsatz. Eine Fachfirma unterstützt die Geodäten mit einer Drohne. Mit einem Laserscanner werde man ein 3-D-Modell der Kapelle erstellen, sagte Czaja.

Pächter und Anwohner seien über die Aktion informiert, betonte Rihm. Auch die Polizei wisse Bescheid, die erforderlichen Genehmigungen für den Drohnen-Einsatz seien eingeholt worden. Nach den zwei Praxiswochen heißt es für die Studierenden, das Datenmaterial auszuwerten und digital aufzubereiten. Dies werde voraussichtlich weitere zwei Wochen in Anspruch nehmen, so Czaja.