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Ungeliebtes Bauvorhaben:Sozial minus zwei

In Münsing reduziert der Rat nach Anwohnerprotesten Wohnbaupläne von 14 auf zwölf

Wohnraum in der Gemeinde am Ostufer des Starnberger Sees ist knapp und oft teuer: Deshalb plant die Kommune auf dem "Milchhäusl"-Grundstück an der Münsinger Hauptstraße sozial geförderten Wohnungsbau. Doch gegen das Vorhaben formiert sich schnell Protest. Die Nachbarn im Norden kritisieren die aus ihrer Sicht zu großen Dimensionen. Ein Ortstermin folgt. Im Dezember verständigt sich der Gemeinderat schließlich auf einen Kompromiss: Statt 14 sollen nur noch zwölf Wohnungen gebaut werden, der geplante Laden kleiner ausfallen. Bürgermeister Michael Grasl (FW) setzt sich von Anfang an für das kommunale Projekt ein. Für ihn steht fest: "Die Kommune muss für Mieter mit geringem Einkommen mehr Wohnraum schaffen."

Bereits 2015 hat die Kommune das Milchhäusl gekauft. Der Altbau soll abgerissen werden. Ein neuer Gebäudekomplex soll einen durch ein zentrales Treppenhaus verbundenen West- und Osttrakt umfassen. Gegen den 35 Meter langen Bau wehren sich die Nachbarn. Sie halten das Vorhaben im Ortskern für überdimensioniert und fordern eine abgespeckte Variante, auch weil der Neubau auf ihre Häuser Schatten werfen würde. Ebenso kritisieren sie die Tiefgaragenzufahrt von der Bachstraße aus.

Nach einem Ortstermin Ende August lenkt die Gemeinde zumindest teilweise ein. Der parallel zur Hauptstraße orientierte Osttrakt fällt schließlich 4,50 Meter kürzer aus. Der westliche Giebeltrakt wird nach Norden und Süden jeweils um einen Meter gekürzt. Ebenso verzichtet die Kommune auf zwei Wohnungen im Vergleich zur ursprünglichen Planung.

Die Gemeinde könnte vom kommunalen Förderprogramm für mehr bezahlbaren Wohnraum des Freistaates profitieren. Staatliche Zuschüsse könnten 30 Prozent der Kosten decken, sagt Roman Dienersberger, Leitender Baudirektor und bei der Regierung von Oberbayern für das Sachgebiet Wohnungswesen zuständig. Zudem könnte die Gemeinde für bis zu 60 Prozent der Kosten ein zinsverbilligtes Darlehen aufnehmen. Nach wie vor sind die Nachbarn jedoch unzufrieden. Jobst Queckbörner kritisiert weiterhin den möglichen Schattenwurf auf sein Haus und erwartet von der Gemeinde mehr Empathie, wie er sagt.