Umplanung S-7-Verlängerung nach Geretsried verzögert sich drastisch

Das Signal steht auf Rot: Weil die Tieferlegung der S-Bahn in Wolfratshausen bei den Planungen berücksichtigt werden muss, verzögert sich die Verlängerung nach Geretsried um zweieinhalb Jahre.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Nun ist es amtlich: Weil in Wolfratshausen Gleise und Bahnhof tiefergelegt werden, verlängert sich die Planung um zweieinhalb Jahre.

Die Geretsrieder werden zweieinhalb Jahre länger auf den Anschluss an die S-Bahn warten müssen als zuletzt erwartet. Der bayerische Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) hat am Montag erklärt, die Umplanung für die Tieferlegung der S 7 in der Stadt Wolfratshausen werde rund zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Zuletzt war auf allen Ebenen der Politik von einer Fertigstellung der S-7-Verlängerung nach Geretsried bis 2026 gesprochen worden.

Die Geretsrieder warten seit Jahrzehnten auf den S-Bahnanschluss. Gegen eine Verlängerung bei unveränderter Situation in Wolfratshausen - mit Schranke - hatte es in Wolfratshausen erheblichen Widerstand gegeben. Der Durchbruch war erst gelungen, als eine Tieferlegung mit Trog und Tunnel beschlossen wurde und sich die beiden Städte und der Landkreis zur Beteiligung an der Finanzierung der Mehrkosten bereit erklärten.

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Nach Planungsstand aus dem Jahr 2009 verteilten sich die Mehrkosten für die Tieferlegung in Höhe von rund 44 Millionen Euro auf Bund, Freistaat und Bahn (27 Millionen Euro) sowie die Städte Geretsried und Wolfratshausen und den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (zusammen 17 Millionen Euro). Das Gesamtprojekt würde, ebenfalls nach Planungsstand 2009, rund 167 Millionen Euro kosten.

Herrmann erklärt nun, eine Tieferlegung bringe einen erheblich besseren Anwohnerschutz mit sich und müsse die Verzögerung wert sein. Er hoffe, einen Teil der Verzögerungen am Ende wieder auffangen zu können, wenn im Planfeststellungsverfahren weniger Einwendungen von Bürgern zu behandeln seien.

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