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Tölzer Verein:Online-Banking für Senioren

Hannes Bauer, Vorsitzender des Vereins "Computer-Hilfe im Oberland"

Vereinsvorsitzender Hannes Baur will Senioren mit Bankgeschäften am Computer vertraut machen.

(Foto: oh)

Verein "Computer-Hilfe im Oberland" bietet Workshops an

Bankgeschäfte am Computer sind für viele Senioren ein Terrain, das sie zwar mit ein wenig Neugier betrachten, aber alles andere als gerne betreten. Die Gründe für ihre Vorsicht sind vielfältig: Mitunter sind ihre Kenntnisse an PC, Tablet oder Smartphone eher rudimentär, oftmals erscheint ihnen das Online-Banking auch nicht so sicher, wie es die Banken versprechen. "Außerdem hängt man das Thema nicht an die große Glocke, man lässt keinen Einblick in die eigene finanzielle Situation zu", weiß Hannes Baur, Vorsitzender der "Computer-Hilfe im Oberland". Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, solche Ängste und Hemmschwellen abzubauen. Bis zum Jahresende veranstaltet er Präsentationen für Anfänger und Fortgeschrittene sowie Workshops in Lenggries, Bad Tölz und im Raum Kochel am See.

Baur hat schon etliche Gespräche mit Senioren übers Online-Banking geführt. Dabei bekam er immer wieder die gleichen Bedenken zu hören: Könne man das im Alter überhaupt noch lernen, wer helfe denn, wenn etwas schief gehe, wer müsse schlussendlich für Schäden haften. Der Tenor sei zumeist: "Interesse ja, aber - und dieses Aber steht immer im Raum", erzählt Baur. Dem Verein gehe es darum, solche Ängste und Hemmschwellen abzubauen, und zwar über reine Sachinformationen. "Dabei wollen wir auch über Vorteile des Online-Banking reden", sagt der Vorsitzende. Dazu zählt er den Komfort, die Verfügbarkeit und auch die Sicherheit der Bankgeschäfte am Computer. Nicht zuletzt gehe es auch um die Kosten, denn eine Überweisung am Schalter in einer Filiale sei beispielsweise teurer. "Ich wünsche mir einfach einen anderen Umgang mit diesem Thema bei Senioren", sagt Baur.

Was die Sicherheit anbelangt, so spielen zwei Aspekte für den Vereinschef eine gewichtige Rolle. Zum einen muss die Software auf dem PC, Tablet oder am Smartphone auf dem neuesten Stand sein, um Schadsoftware auszuschalten. "Wer sich mit dem Thema befasst, muss bereit sein, dass er auf dem Aktuellen bleibt." Zum zweiten muss sich auch der Nutzer selbst richtig verhalten und Vorsicht walten lassen. Das Online-Banking sei sicher, wenn man sich an ein gewisses Regelwerk halte, so Baur. Auch auf das Einkaufen im Internet geht die Computerhilfe im Oberland in ihren Veranstaltungen ein. Ein Beispiel: Der Kauf auf Rechnung oder die Zahlung über "PayPal" sei abgesichert, bei Vorkasse oder Überweisung sei dies nicht so.

In den bisherigen Veranstaltungen haben Baur und seine Mitstreiter lernen müssen, dass sie den Wissensstand im Publikum manchmal zu hoch ansetzten. "Wir hatten dieses Fachchinesisch drauf." Das galt auch für die Vorträge der Banker von der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen und der Raiffeisenbank im Oberland, die im Juli vor circa 70 Zuhörern im Tölzer Landratsamt stattfanden. Hernach habe er von etwa 30 Leute die Rückmeldung bekommen, "dass sie nichts verstanden haben", erzählt Baur.

Das will der Verein künftig besser machen. Allerdings: Ein Grundwissen im Umgang mit PC, Tablet oder Smartphone sollten die Teilnehmer schon mitbringen. Man könne ja nicht erst einmal erklären, was Windows sei, sagt Baur. "Wir gehen davon auf, dass, wer zu uns kommt, die Geräte schon hat." In den Workshops können die Senioren dann allerdings ganz praktisch üben. "Wie man eine Überweisung am Computer macht, da sollen sich die Leute hinsetzen und das selbst machen, wir haben dafür Testkonten."

Die nächsten Präsentationen zum Online-Banking für Senioren und zur Sicherheit im Internet finden für Interessierte und Anfänger an diesem Donnerstag, 17. Oktober, von 10 bis 12 Uhr im Pfarrheim Lenggries statt. Dort folgt am Donnerstag, 24. Oktober, eine Präsentation zu den selben Themen für Fortgeschrittene, ebenfalls von 10 bis 12 Uhr. Einen Workshop mit PC, Tablet und Smartphone gibt es am Donnerstag, 31. Oktober, von 10 bis 12 Uhr in der Raiffeisenbank im Oberland, Albert-Schäffenacker-Straße 5 in Bad Tölz, sowie am Dienstag, 5. November, 10 bis 12 Uhr, im Beratungscenter Badstraße der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen. Im Tölzer Landratsamt sind weitere Präsentationen am Montag, 7. November, und Montag, 14. November, vorgesehen. Ende November bis Anfang Dezember folgen dann noch die Präsentationen und Workshops im Raum Kochel.