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Tölzer Prügel:In die Jahre gekommen

Aller thematischer Aktualität zum Trotz: Den Grünen ist ihre Juvenilität verloren gegangen

Politische Abenteuer - um Himmels willen, wo käme man da hin. Die Grünen sind längst nicht mehr die Protestbewegung wie einst. Sie verstehen sich als bürgerliche Kraft - auf bundes- wie kommunalpolitischer Ebene. Da ist es nur folgerichtig, dass der Penzberger Ortsverband auf die bewährte Pragmatikerin Kerstin Engel setzt fürs Bürgermeisteramt im kommenden Jahr. Aber ist die 50-Jährige auch eine Alternative zur amtierenden SPD-Kandidatin Elke Zehetner?

Engels Gegenkandidatin, die Penzberger Ortsvorsitzende Katharina von Platen, vermittelte jedenfalls bei der Aufstellungsversammlung den Eindruck von jugendlicher Chuzpe und Wagemut. Doch die 39-Jährige könnte sich nicht durchsetzen, wenngleich das Ergebnis mit zwölf zu zehn Stimmen denkbar knapp ausfiel.

Den Grünen ist ihre Juvenilität verloren gegangen. Was war das für ein Bild, als die Partei 1983 erstmals in den Bundestag einzog und Turnschuhe und Jeans in dem ehrwürdigen Haus salonfähig wurden. Sie ist in die Jahre gekommen und mit ihr die Wähler und Sympathisanten. Ein Generationenwechsel scheint nicht zu gelingen, obschon die Grünen wie keine andere Gruppierung für aktuelle Themen wie Klimawandel stehen. Spitzenkandidaten finden sich höchstens in der Generation 40 plus. Die Nominierungsveranstaltung in Penzberg glich einer Ü-50-Party.

Auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ringt man um Grünen-Nachwuchs. Aber um den für politische Ämter zu motivieren, braucht es dann doch etwas mehr "Abenteuer" à la Fridays vor Future.