bedeckt München 13°

Tölzer Politik:Neuer Imbiss im Handwerkerviertel

Stadträte stimmen Vorhaben am Jungmayrplatz im Gries zu

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

An der Ecke am Jungmayrplatz nahe des Cafés Heimat in Bad Tölz gab es bisher einen Schmuckladen mit Werkstatt, künftig sollen die Kunden dort regionale Lebensmittel kaufen und einen Imbiss bekommen können. Einem entsprechenden Antrag auf Nutzungsänderung stimmten die Stadträte im Tölzer Bau- und Stadtentwicklungsausschuss am Dienstagabend einmütig zu. Das Vorhaben passe zu dem alten Handwerkerviertel im Gries zwischen Stadtpfarrkirche und Isar, sagte Bauamtsleiter Christian Fürstberger: "Es entspricht dem Ensemble." Stellplätze seien dafür nicht erforderlich, allerdings müssten die Werbeanlagen für den kleinen Imbiss noch genehmigt werden.

Bedenken äußerte Filiz Cetin (SPD). Sie verwies darauf, dass die Nachbarn diesem Projekt nicht zugestimmt hätten. Deshalb wollte sie wissen, um welche Art von Mini-Bistro es sich dabei handle. "Ein Imbiss - da stellt man sich viel Brutzeln und Braten vor", sagte sie. Das wird Fürstberger zufolge nicht geschehen. Gemüse, Früchte, Brotaufstriche, Brotzeitbrettl, ein kleiner Ausschank - angeboten werde nur kalte Küche. "Das ist nichts mit Fritteuse oder so."

Auch von baurechtlicher Seite ist gegen das Vorhaben nichts einzuwenden, wie Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) klarstellte. Das Gries sei kein allgemeines Wohngebiet und haben "keine klare Gebietstypik", sagte er. Wegen der heterogenen Nutzung gebe es auch keine Einschränkungen. Mit Blick auf die Umgestaltungen, die für das alte Viertel als eine Art Schönheitskur vorgesehen sind, sprach Stadtrat Karsten Bauer (CSU) von einer "guten Ergänzung". Dennoch stellten sich einige Fragen bei dieser form von "Gastronomie auf engstem Raum". Zum Beispiel nach den Toiletten und nach den Außenflächen. "Ein WC ist innen geplant", erwiderte Bauamtsleiter Fürstberger. Eine Freischankfläche sei nicht beantragt, wiewohl bei einer Begehung mit Anwohnern im Zuge der Umgestaltungspläne durchaus der Wunsch nach einer solchen Außengastronomie im Gries geäußert worden sei. "Wir würden das positiv prüfen, wenn ein Antrag käme", sagte Fürstberger. Sollte man dann allerdings feststellen, dass sich die Gäste betrinken, könnte man die Genehmigung auch wieder entziehen.

Für Michael Lindmair (FWG) ist der Platz vor dem Laden für eine Außengastronomie "schlecht geeignet". Der Stadtrat warnte vor Problemen mit einer möglichen Nachnutzung einer solchen Imbiss-Stube. "Wenn sie nicht funktioniert, dann müssen wir den Bebauungsplan ändern", sagte Lindmair. Nur so könne man gegensteuern, falls dort mal andere Formen der Gastronomie beantragt würden. Dieses Instrument setze man auch am Amortplatz ein, womit man weitere Gaststätten verhindere. Das Risiko einer unerwünschten Folgenutzung räumte Bürgermeister Mehner zwar ein. Aber: "Wir sehen dann ja, was es ist, und wenn es eine Club-Disco geben soll, dann gelten dafür auch andere Voraussetzungen."

Julia Dostthaler (CSU) gefielen die Pläne hingegen. Ein Imbiss im Gries sei willkommen, gerade auch wegen der Touristen. "Das tut uns gut, glaube ich", hob Dostthaler hervor.

© SZ vom 10.09.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite