Das Kursanatorium Albrecht, das Isarkraftwerk, das Josefistift mit der Kapelle, die Pfarrkirche Heilige Familie oder auch das Pater-Rupert-Mayer-Heim: Dies ist nur ein Ausschnitt all der Bauten, mit denen Professor Fritz Strunz das Gesicht von Bad Tölz mitgeformt hat. Seine Gebäude waren stets nüchtern, dem modernen Betrachter mögen sie bisweilen arg funktionell erscheinen. Sie folgten aber einer Devise des Bauhauses, wonach die Form der Funktion zu folgen habe, und nicht umgekehrt. Außerdem war es nach dem Zweiten Weltkrieg geboten, preiswert zu bauen. Nun ist der Tölzer Architekt, Vater des ehemaligen Stadtbaumeisters Hannes Strunz, mit 92 Jahren im Kreis seiner Familie gestorben.
Geboren wurde Fritz Strunz in Bamberg, allerdings kam er schon mit drei Jahren nach Bad Tölz, weil sein Vater dort die Stelle als Bezirksbaumeister antrat. Nach Krieg und Gefangenschaft studierte Fritz Strunz Architektur in München und Karlsruhe, zusammen mit dem späteren Kirchenbaumeister Fritz Lichtblau, mit dem er zeitlebens befreundet blieb. 1959 machte sich Strunz als Architekt selbständig. Seine Werke, darunter beispielsweise auch das Jugendcafé oder der damalige Rathaus-Neubau, waren stadtbildprägend.