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Bad Tölz-Wolfratshausen:Landrat lässt Einreiseverbot für Ausflügler prüfen

Coronavirus - Lenggries

Viel los am Parkplatz des Skigebiets Brauneck: Am Wochenende waren es vor allem Skitourengeher, die den Landkreis bevölkerten.

(Foto: dpa)

Josef Niedermaier will verhindern, dass nach der Schließung des Landkreises Miesbach das Tölzer Land überlaufen wird.

Von Florian Zick, Bad Tölz-Wolfratshausen

Das Tölzer Landratsamt erwägt, den Landkreis für den Fall abzuriegeln, dass die Landkreise außen herum coronabedingt zusperren. Ins Berchtesgadener Land sind Ausflüge wegen der dort extrem hohen Sieben-Tage-Inzidenz derzeit schon verboten. Aber auch im direkt an Bad Tölz-Wolfratshausen angrenzenden Landkreis Miesbach gilt von diesem Donnerstag an eine sogenannte Allgemeinverfügung, mit der Tagesausflüglern vorläufig bis Monatsende die Einreise verwehrt werden kann. Sollte Garmisch-Partenkirchen in ähnlicher Form nachziehen, wäre das Tölzer Land im Raum München die einzige Region, in der man an die Berge rankommt. Den dann zu erwartenden Besucheransturm will Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) unbedingt verhindern.

Man komme um präventive Maßnahmen wohl nicht umhin, sagt Niedermaier. "Die Beschränkung ist durchaus ein Gedanke, mit dem wir uns beschäftigten." Denn dass sich die Leute dann am Jochberg oder am Brauneck gegenseitig auf den Füßen stehen, das könne man in der derzeitigen Situation nicht zulassen. Man müsse verhindern, "dass die Ausflugsgebiete in unserem Landkreis überlastet werden", so Niedermaier.

Aufhebung Katastrophenfall

Landrat Josef Niedermaier will die Ausflugsgebiete im Landkreis vor Überlastung schützen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Fraglich ist nur noch, mit welcher Begründung touristische Fahrten ins Tölzer Land verboten werden können. Die aktuelle Corona-Verordnung besagt, dass bei einem Sieben-Tage-Wert über 200 der Bewegungsradius in den betroffenen Landkreisen auf 15 Kilometer beschränkt wird. Darüber hinaus können die Landratsämter aber auch quasi einen Einreisestopp verhängen. In Bad Tölz-Wolfratshausen liegt der Inzidenzwert momentan jedoch bei vergleichsweise niedrigen 122,74 - also noch weit unter der neuralgischen Marke 200. Deswegen würden die Alternativen derzeit rechtlich geprüft, sagt Landrat Niedermaier. Zudem gebe es einen laufenden Austausch mit anderen Landratsämtern, die mit einer ähnlichen Problematik konfrontiert seien.

Noch ist die Lage an den Ausflugszielen in der Region halbwegs entspannt. Die Parkplätzen im Voralpenraum waren an den Wochenenden zwar gut gefüllt. Noch ist aber auch der Landkreis Garmisch-Partenkirchen weit weg von einer Schließung. Der Inzidenzwert lag am Mittwoch dort bei 119,88. So können Ausflügler vorläufig auch die dortigen Winterziele weiter anpeilen.

© SZ vom 14.01.2021
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