Tierheim Geretsried:Songs für Zwei- und Vierbeiner

Lesezeit: 2 min

Roland Hefter Des werd scho no

Tierfreund, Sänger und Gitarrist: Roland Hefter.

(Foto: Manfred_Neubauer)

Der bairische Barde Roland Hefter gibt ein Benefizkonzert in Gelting

Von Felicitas Amler

Nein, jetzt kein neuer Hund, sagt Roland Hefter. Überlegt, räumt ein: "Ausschließen kann ich's nicht." Hefter, der Volkssänger unter den Musikkabarettisten, singt am Samstag im Tierheim Gelting. Wer da hineingeht, muss an den Hundezwingern vorbei. Und wer ein Herz für Tiere hat, wird kaum einfach so vorbeigehen. Hefter hat vor kurzem erst seine Retriever-Hündin Chila verloren, sie war mehr als 17 Jahre alt und ihm sehr ans Herz gewachsen. Die meisten Hundebesitzer denken nach so einem Verlust nicht sofort an einen neuen Hund. Aber Hefter sagt, das sei ja nicht unbedingt die eigene Entscheidung: "Der Hund sucht 's Herrle aus."

Der ungewöhnliche Auftritt im Tierheim ist sehr spontan zustande gekommen. Waltraud Salberg, Beiratsmitglied des Tierschutzvereins Wolfratshausen-Geretsried und Umgebung, hat Hefter bei einem Konzert in Bad Tölz gehört. Damals lebte Chila noch, und Salberg konnte beobachten, wie Hefter sie nach dem Konzert bei sich hatte und wie zugewandt er ihr war. Sie probierte es einfach - und der Sänger war sofort bereit, fürs Josefa-Burger-Tierheim ein kleines Benefizkonzert zu geben. "Ich mach immer was für einen guten Zweck", sagt er, "und ich bin ein totaler Tierfreund, da überleg ich nicht lang." Massentierhaltung regt ihn auf, überhaupt: "Was mit unseren Tieren passiert, ist eine Katastrophe."

Von seinem Anti-AfD-Song "Mit mia ned" abgesehen ist Hefter kein direkt politischer Liedermacher. "Bei mir geht's um Werte und Menschlichkeit", sagt er. Um Anerkennung und Liebe: "Das ist genau, was den Menschen in Sachsen fehlt." Deswegen liefen sie den Rechten hinterher, meint er. Hefter singt zur eigenen Gitarre Titel wie "Des werd scho no", "As Leben is eh scho schwer" oder "Des is jedem scho passiert" und trifft damit den Geschmack eines großen Publikums, er hat einen vollen Auftrittskalender. Waltraud Salberg war angetan von der warmen Atmosphäre, die sein Konzert vermittelt hat.

Seine Hündin Chila hatte Hefter immer dabei, mit einem Platz in seinem großen Wohnmobil und neben der Bühne. Er hatte sie aufgenommen, als sie schon 13 Jahre alt war: "Von alten Leuten, die sie sonst ins Tierheim geben hätten müssen." Und er habe es nie bereut, sie sei so ein freundliches, liebenswertes Tier gewesen. "Wenn ich wieder einen Hund nehmen würde, wäre es wieder ein älterer aus dem Tierheim. Ich kann nur sagen: Keine Vorbehalte gegen alte Hunde!"

Benefizkonzert Roland Hefter, Samstag, 27. Juli, 15 Uhr, Tierheim Gelting, Leitenstraße 67. Eintritt frei, Spenden erbeten

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