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Benefizkonzert - Rock und Aktrobatik für die Jugendarbeit

Solomon Solgit beim Benefizkonzert in Benediktbeuern.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der Zirkus- und Varieté-Künstler Solomon Solgit will "Leute, die hart arbeiten, zum Lachen bringen". Er hat schon mit André Heller gearbeitet und will in seiner Heimatstadt Adama eine Jugendkulturschule gründen.

Salomon Solgit ist Tänzer und Choreograf, Musiker und Akrobat, spielt Theater und gibt Workshops für Kinder und Jugendliche. Er fährt Einrad auf der Slackline oder balanciert dort oben auf einer Leiter. Er spielt Schlagzeug, afrikanische Trommeln, Gitarre und Klavier und kann mit bis zu sieben Bällen jonglieren. Oder mit langen brennenden Stäben. Der 29-Jährige bezeichnet sich selbst als Entertainer - ein wichtiger Beruf, wie er findet: "Ich muss die Leute, die hart arbeiten, zum Lachen bringen."

Sein voller Name lautet Solomon Lemma Gebretsadik Tirongo - das sind sein Vorname, der Name seines Vaters, seines Großvaters und seiner Mutter. Daraus hat er das Akronym Solgit gebildet, das ihm nun als Künstlername dient und mit dem er bekannt geworden ist.

Auf der ganzen Welt war der Zirkus- und Varieté-Künstler schon unterwegs: In Hongkong und Las Vegas, in Dubai und Portugal. Er ist bei André Hellers "Afrika, Afrika!" ebenso aufgetreten wie in Günter Wagners Stück "Flucht" beim Geretsrieder Kulturherbst. Mit seiner atemberaubenden Feuershow war er unter anderem beim Tölzer Tollhaus-Festival zu sehen, Akrobatik zeigte er beim Benefiz-Abend für die Jugendarbeit in Benediktbeuern. Bei der Weilheimer Artistikgruppe "Vaganti" trat er im artistischen Theaterstück "Hinterhofhelden" auf.

Workshops in Schulen sind Solgit lieber als Auftritte in Las Vegas

Regelmäßig bietet er Workshops in Schulen im Landkreis und in München an, bei denen er den Jugendlichen eine akrobatische Form des Hiphop beibringt - Akro-Hiphop. Das Ziel dabei: Die Kinder für die Akrobatik zu begeistern. In den Jugendzentren in Geretsried, Wolfratshausen und Bad Tölz oder bei Ferienpassaktionen macht er Trommelworkshops, oft verknüpft mit Integrationsarbeit. Gerne zeigt er den Kindern und Jugendlichen auch, wie man Menschenpyramiden baut. "Das ist eigentlich Gruppenarbeit", sagt Solgit.

Dabei könnte er jede Menge internationaler Engagements wahrnehmen, ständig bekomme er Anfragen, sagt er. "Aber für mich ist die Identität sehr wichtig. Wenn ich in Las Vegas auftrete, sehen mich im Jahr 480 000 Leute. Aber diese Leute kennen mich nicht." Das sei bei kleineren Auftritten ganz anders: "Lieber werde ich nicht reich, aber dafür als Mensch wahrgenommen." Ein weiterer Grund für ihn, im Landkreis zu bleiben, ist seine Frau Johanna, die er 2007 bei einem Besuch in Bad Tölz an der Isar kennenlernte. Die gebürtige Polin lebt seit langem im Landkreis. Nach vier Jahren Fernbeziehung heirateten die beiden, seit 2013 leben sie in Bad Tölz. Hier will Solgit nun seine Existenz festigen und eine Familie gründen. "Die netten Leute im Landkreis unterstützen mich, damit ich als Künstler hier bleiben kann."

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