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SZ-Serie: Ein Anruf bei...:"Senioren nicht im Stich lassen"

Hans Lincke Computersenioren

Gerade in der Krise ist die digitale Kommunikation wichtig. Hans Lincke zeigt Senioren, wie es geht.

(Foto: Manfred Neubauer)

Hans Lincke hilft Älteren per Fernberatung beim Umgang mit Smartphone und Internet

Hans Lincke hilft zusammen mit 14 anderen pensionierten Ehrenamtlichen anderen Senioren bei allen technischen Fragen rund um Computer und Smartphone. Der Schwerpunkt der sogenannten Computersenioren liegt darin, andere Rentnerinnen und Rentner persönlich in den eigenen vier Wänden kompetent zu beraten, sie bei Fragen zu ihren digitalen Endgeräten zu unterstützen und ihnen den richtigen Umgang zu lehren. Doch das ist bei der Ausgangsbeschränkung momentan alles nicht mehr möglich. Wenn, dann nur noch per Telefon.

SZ: Herr Lincke, sind Ihre Seniorinnen und Senioren nun bei Schwierigkeiten mit dem Smartphone oder Computer komplett verloren?

Hans Lincke: Nein, genau das wollen wir verhindern. Wir möchten den älteren Menschen trotzdem weiterhin über das Telefon Unterstützung bieten. Wichtig ist nur, dass sie ein entsprechendes Programm auf ihrem Laptop oder Computer installiert haben, sodass wir uns in das System einloggen können und externen Zugriff haben. Falls das noch nicht der Fall ist, helfen wir den Seniorinnen und Senioren dabei, sich so eine Software herunterzuladen. Wir verwenden unter anderem zum Beispiel Teamviewer, manchmal aber auch schon Skype. Das ist ganz unterschiedlich. So können wir den Leuten dann auch aus der Ferne helfen, wenn sie nicht mehr weiterwissen.

Wie kann man sich so eine Fernberatung genau vorstellen?

Ich hatte beispielsweise erst eine Dame, die Probleme hatte, eine CD zum Laufen zu kriegen. Daraufhin hat sie mich angerufen. Glücklicherweise hatte sie auch schon ein solches Programm, eine Fernwartungssoftware, auf ihrem Computer installiert, sodass ich einfachen Zugriff auf ihren Computer kriegen konnte. So habe ich schnell das Problem feststellen können und habe ihr mit dem Mauszeiger gesagt, was sie genau machen muss. Das haben wir dann zwei, drei Mal geübt und schon hatte die Frau den Dreh raus, wie sie die CD in Gang bekommt.

Wie beraten Sie denn normalerweise?

Wir fangen meist bei der Kaufberatung an. Also wenn sich ein Senior ein neues Gerät anschaffen will, ein Smartphone, einen Router oder PC. Wir gehen bei Bedarf mit dem Rentner einkaufen und machen ihm verschiedene Vorschläge. Wenn er sich dann entschieden hat, was für ein Endgerät er sich zulegen möchte, dann installieren wir das Gerät, richten ihm das Internet ein, schulen den richtigen Umgang mit der Software und stehen aber auch jederzeit zur Verfügung, wenn er irgendwelche Probleme hat. Dann fahren wir nämlich persönlich zu den Rentnerinnen und Rentner nach Hause und helfen dort, wo sie selbständig nicht mehr vorankommen.

Was ist mit Ihnen? Wie vertreiben Sie sich denn momentan die Zeit zu Hause?

Ich kenne keine Langeweile. Man sieht natürlich zurzeit ein bisschen mehr Fernsehen als gewöhnlich, aber man muss ja auf dem Laufenden bleiben. Aber ansonsten gibt es trotzdem viele Dinge zu tun und man macht Sachen, zu denen man vielleicht sonst nicht so kommt. Ich lese gerne oder lerne zum Beispiel gerade mit einem Online-Sprachkurs Italienisch. Meine Tochter lebt nämlich in Italien. Wenn ich sie irgendwann mal wieder besuche, will ich mich wenigstens ein bisschen mit den Leuten vor Ort verständigen können.

Was zeigt Ihnen die jetzige Krisensituation?

Kommunikation via Internet und Smartphone ist gerade jetzt extrem wichtig. Man kann dann wirklich nur noch über die digitalen Medien kommunizieren. Und gerade die Seniorinnen und Senioren kann man da dann nicht einfach so im Stich lassen. Genau deshalb versuchen wir sie trotzdem weiterhin, trotz Corona, zu unterstützen.

Wer die Hilfe der Computersenioren in Anspruch nehmen möchte, kann über die Webseite www.computersenioren.com Kontakt aufnehmen oder sich telefonisch unter der Nummer 08171 / 10 992 an Wolfgang Martin wenden, den zuständigen Betreuer

© SZ vom 31.03.2020

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