SZ-Adventskalender Leben nach dem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall ist die Feinmotorik von Michael W. bis heute gestört, der rechte Arm ist nur grob beweglich.

(Foto: dpa)

Michael W. will trotz mehrfacher Erkrankungen für seine Tochter da sein.

Von Claudia Koestler

Das Geld für die paar Tage mal rauskommen aus dem Alltag, das hatte er sich über Jahre hinweg vom Munde abgespart. "1984 war ich das letzte Mal im Urlaub", erinnert sich Michael W. (Name geändert), im vergangenen Jahr sollte es endlich - nach 33 Jahren - mal wieder soweit sein: Ausspannen am Gardasee mit der Tochter, die harte Arbeit als Handwerker und alleinerziehender Vater mal hinter sich lassen. Doch daraus sollte nichts werden.

Wenige Wochen vor dem Start in den Urlaub wachte Michael W. morgens auf und bemerkte ein seltsames, intensives Kribbeln in den Beinen. Als er aufstehen wollte, verlor er das Gleichgewicht und konnte sich auch nicht mehr aufrichten. Seine Tochter verständigte daraufhin sofort den Notarzt und im Krankenhaus erhielten beide rasch die Diagnose. Michael W. hatte einen Schlaganfall erlitten, und das mit gerade einmal Ende Vierzig. "Wie mir die Ärzte erklärten, hat das nichts mit dem Alter zu tun, auch Kinder können einen Schlaganfall erleiden", weiß er. Vorzeichen habe keine Vorzeichen bemerkt - "es traf mich wie aus heiterem Himmel".

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14 Tage verbrachte er im Krankenhaus, anschließend ging es für ihn in die Rehabilitation. Doch bis heute ist die Feinmotorik gestört, der rechte Arm ist nur grob beweglich.

Und als ihn die Ärzte genau untersuchten, bemerkten sie zwei weitere Probleme: Michael W. hat einen Herzklappenfehler und zudem eine Verengung des Wirbelkanals, eine sogenannte lumbale Spinalkanalstenose. Die eingeengten Nerven seiner Wirbelsäule verursachen bei ihm eine schnelle Ermüdung der Beine, so dass er nur noch kurze Strecken gehen und nicht mehr lange stehen kann - denn die Schmerzen werden einfach zu groß. "Eigentlich sagen die Ärzte, dass ich mich operieren lassen muss, aber ich habe sehr große Angst davor, dass ich querschnittsgelähmt werden könnte", erzählt Michael W. Schließlich hat der Vater einer Tochter im Teenager-Alter ein großes Ziel: "Ich will die Erkrankungen hinter mir lassen, ich will wieder zurück ins Leben und wieder Vollzeit arbeiten."

Doch noch ist das ein Wunsch in der Ferne. Denn noch immer leidet er motorisch unter den Folgen des Schlaganfalls, ist eingeschränkt durch die Nervenschäden, und auch wenn sich die Operation vermeiden lässt, wartet weiter ein langer Behandlungsprozess auf ihn. Hilfreich wäre zumindest ein Bett, denn Michael W. muss derzeit von gerade einmal 650 Euro im Monat Krankengeld das Leben für sich und die Tochter bestreiten. Weil das nicht für ein neues Bett reicht, schläft Michael W. auf dem Sofa - was Gift ist für seinen Rücken. "So können sich Träume ändern - was früher der Urlaub war, ist heute nur der Wunsch nach dem alten Leben, nach Gesundheit und einem Tag, der ohne Schmerzen beginnt", sagt Michael W. Und hofft, dass das nicht wieder 33 Jahre dauert.

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