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Studienjahr in Bad Tölz:Von Mätressen bis Bergbau

Kreisbildungswerk startet neues Studienjahr "Kultur, Geschichte, Heimat".

Von Klaus Schieder

Lola Montez und Liesl Karlstadt, die Grafen von Wolfratshausen, Bergbau, Bunker und die archäologischen Funde am Kloster Schlehdorf: Einen weiten Bogen spannt das Katholische Kreisbildungswerk im neuen Studienjahr "Kultur, Geschichte, Heimat", das von Heimatforscher Stephan Bammer als Projektleiter organisiert wird. "Wie immer legen wir Wert auf die bunte Mischung der Themen aus den namengebenden Bereichen Kultur, Geschichte und Heimat", sagt Ursula Menke, Veranstaltungsmanagerin beim Kreisbildungswerk. Das von Kulturführerin Barbara Schwarz ins Leben gerufene Format scheint anzukommen: Im vergangenen Semester besuchten etwa 40 Teilnehmer die Vorträge und Exkursionen.

"Möglichkeiten und Ergebnisse der Flurkartenanalyse für die Heimatforschung": Ein Vortrag von Kunsthistoriker und Verleger Benno Gantner aus Starnberg über dieses Sujet eröffnet das inzwischen achte Studienjahr am Mittwoch, 29. September, 9.30 Uhr, im Sparkassen-Forum in Bad Tölz. Über König Ludwig I., seine Mätresse Lola Montez und die seltsame bayerische Revolution von 1848 referiert Historikerin Katharina Weigand von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München am Mittwoch, 17. Oktober, 14 Uhr, im Flößer-Salettl des Gasthofs Binderbräu im Tölzer Kurviertel. Dort spricht Autor Rudolf Hartbrunner am Mittwoch, 24. Oktober, 9.30 Uhr, über die Volksschauspielerin Liesl Karlstadt. Die kongeniale Partnerin des Komikers Karl Valentin wurde vor 125 Jahren in Schwabing geboren. Um die Frage "Advent ohne Kommerz, geht das?" dreht sich ein Vortrag von Sepp Kloiber am Mittwoch, 5. Dezember, 9.30 Uhr, im Binderbräu.

Im Herbst stehen außerdem Exkursionen auf dem Semesterprogramm. Das Gut Aiderbichl in Iffeldorf wird am Mittwoch, 10. Oktober, 9.30 Uhr, besichtigt. Auf dem Bauernhof leben mehr als 300 gerettete Tiere, darunter Katzen, Hunde, Pferde, Esel und Rinder. Am Nachmittag fahren die Teilnehmer noch zur Kirche St. Vitus, wo Historikerin Brigitte Roßbeck von 14 Uhr an unter anderem die Wessobrunner Rokoko-Stuckaturen von Franz Xaver Schmuzer erläutert. Das Museum Geretsried ist das Ziel am Mittwoch, 7. November, 9.30 Uhr. Um 13 Uhr schließt sich eine Bunkerwanderung an.

Im neuen Jahr geht es um "Romanische Namensdelikte im Bayerischen Oberland". Damit macht Aleksander Wiatr vom Romanistischen Institut der LMU München seine Zuhörer am Mittwoch, 30. Januar 2019, 9.30 Uhr, im Sparkassen-Forum vertraut.

Ein weiteres Thema sind dort am Donnerstag, 21. Februar, 9.30 Uhr, die Grafen von Wolfratshausen in der Zeit von 1098 bis 1157. Referent ist Nico Pletschmann. Um Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) als ein "Wirtschaftsmodell mit Zukunft" geht es am 13. März, 9.30 Uhr, ebenfalls im Sparkassen-Forum. Wie das funktioniert, erklärt Brigitte Gronau, Vorstandsmitglied im GWÖ-Verein. Die Ausgrabungen im Kloster Schlehdorf bilden den Schlusspunkt der Vorlesungsreihe. Es berichtet Grabungsleiter Mario Hölzl am Mittwoch, 9. April, 9.30 Uhr, im Binderbräu.

2019 sind drei Exkursionen angesetzt. Die erste führt am Mittwoch, 13. Februar, 9.30 Uhr, zunächst zur Klosterkirche Dietramszell und weiter zum Orgelzentrum Valley. Die zweite ist am Mittwoch, 27. März, dem Bergbau in Penzberg gewidmet: Über "Ölschiefer-Bergbau in Schröfeln an der Isar und im Bächental" spricht Bergbau-Historiker Peter Schwarz aus Grainau im Barbarasaal der Pfarrei Christkönig. Beginn ist um 9.30 Uhr. Danach besichtigen die Teilnehmer von 14 Uhr an das Bergbaumuseum. Der dritte Ausflug folgt am Mittwoch, 3. April. Die Ziele sind die Versuchsanstalt für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU München in Obernach und das Schachtkraftwerk an der Loisach bei Großweil.

Die Gebühren pro Person und Semester belaufen sich auf 150 Euro. Eine Ermäßigung gibt es für Paare und für Teilnehmer, die das ganze Studienjahr buchen. Auskünfte gibt das Kreisbildungswerk unter Telefon 08041/6090, E-Mail: info@kbw-toelz.de oder im Internet (www.kbw-toelz.de)

© SZ vom 22.08.2018/cjk

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