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Streit bei den Parteifreien:Wolfgang Sacher tritt aus BfL-Fraktion aus

Die Bürger für Penzberg (BfP) und die Bürger für den Landkreis (BfL) gehen seit Monaten getrennte Wege. Die BfP will als eigene Liste in den Weilheimer Kreistag einziehen, um dem Osten des Landkreises ein stärkeres Gewicht in dem Gremium zu verleihen. Dennoch saß BfP-Rat Wolfgang Sacher in der BfL-Fraktion. Das ist nun Geschichte. Am 15. Januar kündigte Sacher seinen Austritt mit sofortiger Wirkung an. Grund ist ein Facebook-Post der BfL-Kreisrätin Brigitte Loth.

"Wenn künftig die BfP-Vertreter mit genauso viel Abwesenheitszeiten bei Sitzungen glänzen wie in der Vergangenheit, dann sind die gesammelten Stimmen verlorene Stimmen für Penzberg", schreibt Brigitte Loth unter einem Bericht, der die eigene Kreistagsliste der BfP zum Thema hat. Der Vorwurf der Abwesenheit zielt auf Sacher - er ist das einzige BfP-Mitglied in der BfL-Kreistagsfraktion. Sacher hatte im August 2019 einen schweren Unfall mit dem Fahrrad. Für seine Abwesenheit in zwei Kreistags- und drei Ausschusssitzungen habe er sich aber entschuldigen lassen, sagt er.

Sacher zog am Mittwoch die Konsequenz und teilte seinen sofortigen Austritt Landrätin Andrea Jochner-Weiß und BfL-Fraktionssprecher Wolfgang Taffertshofer mit. An Jochner-Weiß schreibt er: "Was Gitti Loth nun gegenüber einem eigenen Fraktionsmitglied hier öffentlich abliefert, ist äußerst daneben. Sie sollte sich schämen." Bislang sei er der Ansicht gewesen, sich zu viel zu engagieren. "Dass mir mal mangelnder Einsatz vorgeworfen wird, bringt mich ehrlich gesagt zum Schmunzeln."

In Wahrheit steckt für Sacher hinter dem Vorwurf die Angst der BfL, seine Liste könnte tatsächlich den Einzug in den Kreistag schaffen. Das würde nämlich Konkurrenz für die BfL bedeuten, so Sacher. 400 Unterstützerunterschriften brauchen die Bürger für Penzberg, um überhaupt nach dem Gesetz zur Kommunalwahl am 15. März 2020 zugelassen werden zu können. Gute 200 haben sie bereits erhalten. Noch bis Anfang Februar können sich Bürger eintragen. Die Crux: Iffeldorfer etwa müssen zum Verwaltungssitz nach Seeshaupt fahren, Antdorfer nach Habach.

© SZ vom 20.01.2020 / veca
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