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Strecke über Kirchplatz:Stadtbus lässt Rathaus aus

Der Geretsrieder Stadtbus der Linie 310 muss während der drei Jahre dauernden Baustelle an der Egerlandstreße eine andere Strecke nehmen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die geplante Route während der Großbaustelle in der Egerlandstraße sorgt im Geretsrieder Bauausschuss für Unbehagen

Die Interimsbushaltestelle für die Zeit, in der die Egerlandstraße vom Frühjahr an gesperrt ist, bereitet dem Stadtrat in Geretsried großes Kopfzerbrechen. Auch wenn mit der Lösung der Route über den Kirchplatz niemand so richtig glücklich ist, weil dabei das Rathaus nicht angebunden ist, zeichnet sich doch keine andere Lösung ab. Dies wurde jetzt im städtischen Bauausschuss deutlich.

Fakt ist, dass die Stadtbus-Linie 310 während der wohl drei Jahre dauernden Großbaustelle an der Egerlandstraße eine andere Strecke nehmen muss. Zwei Vorschläge zur Anbindung des Zentrums hatte der Münchener Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) bereits gemacht. Der Stadtrat hatte zu erkennen gegeben, dass er die Fahrt über den Martin-Luther-Weg zum Rathaus favorisiert. Dabei nahm er es hin, dass die Einbahnstraßenregelung zu einer anderen Rückroute geführt hätte.

Im Bauausschuss stellte sich nun heraus, dass daraus nichts wird. Die evangelische Kirchengemeinde hat sich als Träger des dort ansässigen Kindergartens massiv gegen die Streckenführung ausgesprochen. Auch der MVV sieht die Engstelle und die parkenden Autos in der Einbahnstraße als großes Hindernis, weil er durch die Wartezeiten zu große Taktstörungen befürchtet. "Das Problem ist, dass der Bus nicht zurücksetzen darf, wenn Autos die Straße blockieren", erklärte Sachbearbeiter Lukas Schrettenbrunner. Zudem sei das Abbiegen von der Egerlandstraße problematisch.

Diese Botschaft wollte Sabine Gus-Mayer (CSU) nicht einfach so hinnehmen. "Es ist ein herber Verlust, dass jetzt, wo das Zentrum fertig ist, das Rathaus wieder nicht angebunden, sondern weiträumig umfahren wird", kritisierte sie. "Die Leute sind darauf angewiesen, das Zentrum zu erreichen." Für den von ihr vorgeschlagenen Probebetrieb durch den Martin-Luther-Weg sah Sitzungsleiter Hans Hopfner (SPD) aber keine Chance beim MVV.

"Null Pufferminuten" hat der Bus bei der zweiten Variante, die vom MVV vorgeschlagen wurde. Sie lässt das Rathaus aus und nimmt eine Schleife über den Geltinger Weg, was zur Folge hat, dass der Bus nicht rechtzeitig mit seiner Runde fertig wird. Stadtbaurat Rainer Goldstein schlug deshalb vor, die Schleife zu streichen. Der Bus soll nun das Zentrum über Fasanenweg, Rotkehlchenweg, Johannisplatz, Kirchplatz und Banater Straße umkurven, aber das immerhin pünktlich. Die beiden Haltestellen, die am nächsten zum Rathaus liegen, sind Fasanenweg und ein neuer Stop am Kirchplatz auf Höhe des Schalmeienwegs, der noch ohne Namen ist. Die Entscheidung dafür fiel mit sechs zu zwei Stimmen.

© SZ vom 24.01.2020
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