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Straffer Zeitplan:Auf raschem Weg zur Ganztagsschule

Als Ganztagsschule sei die Ickinger Grundschule "sehr gut geeignet". Dies befand die Schulrätin Petra Burkhardt nach einer Begehung, wie Bürgermeisterin Margit Menrad im Familienausschuss berichtete.

(Foto: Hartmut Pöstges)

An der Grundschule Icking sollen etwa 100 Mädchen und Jungen von Herbst 2020 an nach dem Unterricht betreut werden. Über den Träger entscheidet der Gemeinderat voraussichtlich im Januar

Die Erweiterung der Grundschule Icking zur Offenen Ganztagsschule geht mit großen Schritten voran. "Ich bin guter Dinge, dass wir im nächsten Herbst beginnen können", sagte Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) am Mittwoch im Familienausschuss des Gemeinderats. Schulrätin Petra Burkhardt habe die Schule bei einer Begehung als "sehr gut geeignet" befunden. Die Klassenzimmer mit angeschlossenen Nebenräumen im Obergeschoss seien ideal für die Hausaufgabenbetreuung. Ein kleiner Lehrmittelraum kann als Verwaltungsbüro umfunktioniert werden. Essen sollen die Grundschüler im Haus der Kinder (HdK) bekommen, das viel Beifall fand, weil die Ausgabeküche doppelt so groß wie vorgeschrieben ist.

Menrad rechnet mit 100 zu betreuenden Kindern. Kein Problem sei, dass die Schüler aus Platznot nicht alle gemeinsam essen können, da der Unterricht sowieso unterschiedlich ende. Die Turnhalle könne auch weiterhin von Vereinen genutzt werden, versprach die Bürgermeisterin. Aufgabe der Gemeinde ist es nun, einen externen Träger für die Betreuung zu finden. Im Gespräch sind das Albert-Schweitzer-Familienwerk, der Kinder- und Jugendförderverein Wolfratshausen und die Johanniter, gefragt sind aber auch weitere Vorschläge. Der Zeitplan sieht wie folgt aus: Schulleitung, Elternbeirat und ein Arbeitskreis vom Familienausschuss sollen die Träger-Vorauswahl in den nächsten zwei Monaten treffen, damit der Gemeinderat im Januar entscheiden kann. Im Februar sollen die Eltern über das pädagogische Konzept informiert werden, sodass die verbindliche Anmeldung starten kann.

Ein erstes positives Fazit zog Menrad für die derzeit provisorische Schüler-Mittagsbetreuung im ehemaligen Jugendtreff "Chill in". Die Gemeinde hatte sie als Notlösung einrichten müssen, weil das HdK mit Anmeldungen regelrecht überrannt worden war. Da der Markt für Fachkräfte leergefegt ist, sind es nun Eltern und Laienbetreuer, die sich in diesem Schuljahr um die Kinder kümmern, bis die Offene Ganztagsschule startet. Menrad war die Erleichterung anzumerken, insgesamt sechs Helfer gefunden zu haben. Sogar ein junger Mann gehöre zum Team, sagte sie. Der Abiturient möchte vor seinem Lehramtsstudium Praxiserfahrung sammeln. "Es ist so gut angelaufen, dass zu den 15 noch zwei zusätzliche Anmeldungen kamen", freute sich die Bürgermeisterin.

Die Übergangsbetreuung ist für die Gemeinde allerdings ziemlich teuer. Die Kosten für ein Jahr belaufen sich auf 55 000 Euro, wobei es lediglich einen mageren staatlichen Zuschuss von 7000 Euro gibt. Auf dem Papier kostet jeder Platz 236 Euro im Monat - "ein Vielfaches von dem, was die Eltern im HdK zahlen müssen, so Menrad. Dort kostet er maximal 95 Euro. Um Gerechtigkeit walten zu lassen, wurde einstimmig beschlossen, die Gebühren analog zum HdK zu gestalten. Das Defizit trägt die Gemeinde.

Mit einem Platz-Puffer will die Gemeinde auch die Situation bei den Kindergärten entschärfen. Weil die Kitas in Icking und Dorfen so voll sind, dass im laufenden Jahr nicht einmal mehr Zuzügler aufgenommen werden können, wurde beschlossen, vorsorglich eine zusätzliche Gruppe im Untergeschoss der Kinderkrippe am Wenzberg aufzumachen.

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