Startschuss für Kooperation:Bezahlbare Wohnungen

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Die Penzberger Genossenschaft WWP möchte ihr erstes Bauprojekt am Daserweg auf einem städtischen Grundstück realisieren.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Die Nachfrage nach Wohnraum ist in vielen Regionen Deutschlands höher als das tatsächlich vorhandene Angebot. Als Folge werden Immobilien immer teurer. Die WWP, die Abkürzung steht für "Wir wohnen in Penzberg", hat sich auf die Fahnen geschrieben, bezahlbaren Wohnraum in Penzberg zu schaffen. Im April 2020 wurde die Genossenschaft gegründet. Seitdem war es still geworden. Doch nun meldet sich die WWP zurück mit einem ersten Projekt: Auf einem städtischen Grundstück am Daserweg möchte die Genossenschaft zwei Mietshäuser mit jeweils etwa sechs Wohneinheiten errichten. Der Stadtrat lässt sich auf die Kooperation ein, wenngleich sich die WWP in den Augen einiger Räte erst noch als verlässliche Partnerin beweisen muss.

Die beiden Baukörper am Daserweg sollen in Holzbauweise errichtet werden. Stellplätze gibt es in einer Tiefgarage. Beim energetischen Gebäudestandard setzt sich die WWP hohe Ziele: Die beiden Blöcke sollen als KfW Effizienzhaus 40 ausgeführt werden. Wie WWP-Chef Florian Müller in der Stadtratssitzung ausführte, sollen die Häuser idealerweise an das Fernwärmenetz der Penzberger Stadtwerke angeschlossen werden. Falls dies nicht möglich wäre, greife man auf Wärmepumpen zurück, sagte er. Auf allen Dachflächen sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Mieterstrom-Modelle und Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge sind ebenfalls in Planung.

Die WWP rechnet mit einer Investitionssumme in Höhe von 3,6 bis 3,7 Millionen Euro. Etwa 700 000 Euro bringt sie selbst über die Einlagen ihrer Mitglieder auf. Der Rest wird über Darlehen finanziert. Zusätzlich sollen diverse Förderprogramme einbezogen werden. Das Grundstück wird über einen Erbbaurechtsvertrag von der Stadt an die Genossenschaft übertragen. Trotz der hohen Baustandards glauben Müller und seine Mitstreiter daran, dass die Kaltmiete bei zehn Euro pro Quadratmeter liegen wird - festgeschrieben für zehn Jahre. Zwölf Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sollen es mindestens werden. Je nach Förderung können es auch mehr sein, sagte Marc Boschmann. Der Stadtplaner und Architekt mit Büro in München arbeitet mit der WWP zusammen.

John-Christian Eilert (Grüne) merkte an, er würde gerne mindestens größere zwei Wohnungen realisiert sehen für Familien mit mehreren Kindern. Renate Janker, Geschäftsführerin des gleichnamigen Pflegedienstes in Penzberg, erwiderte, dass die Erstbelegung großes Fingerspitzengefühl erfordere. Schließlich wolle man, dass in den Häusern eine Gemeinschaft der Nutzer entstehe. Janker berät die WWP in punkto altersgerechtes Wohnen. Die Mischung der Wohnungen sei abhängig von der Förderung, konkretisierte Boschmann. Im Zuge der Detailplanung werde sich das "Idealmodell" finden. Armin Jabs (Bürger für Penzberg) begrüßte die Kooperation. Die Stadt könne nicht allen benötigten Wohnraum selbst bauen. "Das ist wegen der Kapazitäten und der Finanzen nicht zu stemmen", sagte er. Das sieht Ute Frohwein-Sendl (Penzberg Miteinander) anders. Sie stimmte als einzige gegen die Zusammenarbeit - mit der Begründung, die Stadt solle auf ihren Grundstücken selbst als Bauherrin auftreten. "Wir möchten zeigen, dass die WWP eine kompetente und zuverlässige Partnerin ist", betonte indes Janker. Man sehe das Vorhaben zwar kritisch bei der SPD, wolle aber nichts bremsen, erklärte Adrian Leinweber. Aber die geplanten Häuser am Daserweg seien ein kleines Bauprojekt, mit dem es sich gut starten lasse.

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