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Dauerfrost:Der Starnberger See friert zu

Schön, aber gefährlich: Eislaufen auf dem Starnberger See

Eine Eisdecke auf dem Starnberger See in der Bucht von St.Heinrich lädt zum Schlittschuhlaufen ein. Wasserretter aber mahnen zur Vorsicht.

Frostige, windstille Tage haben den Starnberger See in der Bucht von Sankt Heinrich zu einer spiegelglatten Eisfläche gefroren, die bis etwa zum Ambacher Erholungsgelände reicht. Ein in vergangenen Wintern seltener Anblick, dem viele Schlittschuhläufer nicht widerstehen können. Die Wasserretter aber bremsen ihre Euphorie. "Die Eisfläche ist völlig unsicher, weil sie nicht geschlossen ist", sagt Ingo Roeske, Vorsitzender der Wasserwacht Wolfratshausen. Zwar reiche sie zum Teil bis zu 50 Meter weit, an ihrem offenen Ende aber werde sie immer dünner. Freigeben könne die Wasserwacht den See deshalb nicht.

Wer aufs Eis will, soll am Ufer bleiben

Wer unbedingt aufs Eis wolle, sollte im nahen Uferbereich bleiben, rät Roeske. Dort sei die Eisschicht zum Teil schon bis zu zehn Zentimeter dick und tragfähig. Die Situation könne sich aber schnell ändern: Wellenbildung könne die Gefahr erhöhen, genau wie die Sonne, die fürs Wochenende vorausgesagt ist. Die erwärme durch Reflexion das Wasser auch bei kalter Luft. Prognosen sind laut Roeske schwierig. "In einer Nacht mit zweistelligen Minusgraden kann uns der See auch komplett zufrieren." Zuletzt gab es das Mitte der 1990er-Jahre.

Zur Vorsicht rät auch Bernhard Link, Vorsitzender der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Schäftlarn-Wolfratshausen: "Der Starnberger See ist auf keinen Fall so zugefroren, dass sicheres Eislaufen möglich ist", erklärt er. "Ich würde jedem davon abraten, auf das Eis zu gehen." Vor der Rettungstation in St. Heinrich sei das Wasser am Sonntag etwa 120 Meter weit zugefroren gewesen, sagt Link. Er habe den Rettungssteg vom Eis befreit. "Es war drei Zenitmeter dick." Viel zu dünn, um die Eisdecke gefahrlos betreten zu können. Dafür braucht es laut Link mindestens 15 Zentimeter. Derzeit trägt die gefrorene Fläche nach seiner Einschätzung womöglich gerade so am Rand. Doch je mehr man sich in Richtung Mitte des Sees bewege, desto instabiler werde es. Bis der See sicher betreten werden könne, brauche es noch "ein bis zwei Wochen mit durchgehenden Minustemperaturen", schätzt Link.

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Im Jahrhundertwinter 1963 war das Eis 40 Zentimeter dick

In der St. Heinricher Bucht war das Eis seiner Erinnerung nach 2010 etwa eine Woche lang so dick, dass sich Leute sogar trauten, von einem Ufer zum anderen zu laufen. Für sicher habe er das damals aber nicht gehalten. Richtig stark sei die Bucht vor zehn Jahren zugefroren. "Wir konnten 15 bis 20 Zentimeter dicke Eisblöcke heraussägen."

Den Starnberger Wetterexperte Josef Jägerhuber (91) erinnern Schlittschuläufer auf dem Starnberger See übrigens unweigerlich an den Jahrhunderwinter 1962/63. "Damals war der See bei minus 29 Grad am 31. Januar mit einer 40 Zentimeter dicken Eisschicht ganz zugefroren und zum Betreten freigegeben."

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