Mobilität und KlimaschutzStadtradler stellen Rekorde auf

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Fest in die Pedale traten die Teilnehmenden beim Stadtradeln im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Mit insgesamt 308.161 Kilometern stellten sie einen neuen Rekord auf.
Fest in die Pedale traten die Teilnehmenden beim Stadtradeln im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Mit insgesamt 308.161 Kilometern stellten sie einen neuen Rekord auf. (Foto: Renate Schmidt)

Knapp 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer steigen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aufs Fahrrad und legen in drei Wochen mehr als 300 000 Kilometer zurück.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz-Wolfratshausen

Zwei Rekorde hat der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beim Stadtradeln aufgestellt: 1981 Teilnehmende von Vereinen, Behörden, Unternehmen, Schulen und Familien legten in drei Wochen genau 308 161 Kilometer zurück. So viele wie nie zuvor – das gilt für die Zahl der Kilometer wie für die der Radler. „Wären die erradelten Kilometer mit einem Auto zurückgelegt worden, wären circa 50 Tonnen CO₂ ausgestoßen worden“, erklärt Veronika Böhm, Beauftragte für Klimaschutz und Radverkehr im Tölzer Landratsamt.

An der Aktion Stadtradeln – einer Kampagne des Netzwerks Klima-Bündnis – nahm der Landkreis zum siebten Mal teil. 126 Teams gingen diesmal an den Start. Die größte Mannschaft stellte das Gymnasium Geretsried mit 265 Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern. Die zweitgrößte Gruppe bot die Grundschule Lenggries auf: 149 Buben und Mädchen traten in die Pedale und schafften es mit insgesamt 7251 Kilometern unter die besten Zehn.

Die fleißigsten Radfahrenden kamen jedoch aus der Kreisstadt. In der Kategorie „Team mit den meisten Kilometern“ landete der WSV Bad Tölz mit 15 723 Kilometern auf dem ersten Platz, gefolgt vom Offenen Team Bad Tölz, das aus 22 Tölzerinnen und Tölzern bestand, die sonst kein Team hatten. Sie sammelten 6594 Kilometer. Rang drei ging an die Mitarbeitenden vom kommunalen Dienstleistungszentrum Oberland, die es auf 6594 Kilometer brachten.

Gäbe es nur solche Wertungen, wäre dies unfair gegenüber den kleinen Teams – weniger Beine, weniger Kilometer.  Deshalb wurde die Kategorie „Team mit den meisten Pro-Kopf-Kilometern“ eingeführt. Das Team „Post“ obsiegte hier mit 1759 Kilometern. Den zweiten Platz holte die Familie Braun aus Geretsried mit 1733 Kilometern, wobei Hermann Braun, der dieses Jahr 87 Jahre alt wurde, diese Strecke fast alleine zurücklegte.

Auf Platz drei kamen die sechs „Böhme Bikers“, die am Ende 3856 Kilometer auf dem Tacho hatten. Die Konkurrenz der Schulen gewann das Gymnasium Geretsried mit Teamkapitänin Jule Steinhaus und 28 614 Kilometern, nachdem man sich im Vorjahr mit dem zweiten Platz hatte begnügen müssen.

Teilnehmende an der Aktion Stadtradeln wurden bei der Abschlussveranstaltung im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen geehrt.
Teilnehmende an der Aktion Stadtradeln wurden bei der Abschlussveranstaltung im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen geehrt. (Foto: Stadt Geretsried/oh)

Mit der Gesamtzahl von gut 308 000 Kilometern hätten die knapp 2000 Radelnden, die zwischen dem 17. Mai und dem 6. Juni auf den Straßen des Landkreises unterwegs waren, die Erde rund 7,5 Mal umrundet. Dies hob Veronika Böhm hervor. „Und wenn wir nächstes Jahr wieder so viel mehr radeln, dann knacken wir die Entfernung von der Erde bis zum Mond.“

Das Fahrrad leiste indes vor allem auf Kurzstrecken einen Beitrag zur Mobilitätswende. „Diese machen immerhin 58 Prozent aller zurückgelegter Wegstrecken aus, von welchen wiederum 43 Prozent mit dem Pkw bewerkstelligt werden“, sagte Böhm. Das Stadtradeln solle dazu anregen, einmal darüber nachzudenken, welche Alltagsstrecken generell oder wenigstens hin und wieder mit dem Rad bewältigt werden könnten.

Was Radwege angeht, passiere im Landkreis hinter den Kulissen mehr als oftmals vermutet werde, sagte die Klimaschutzbeauftragte. In der Region sei es vor allem das staatliche Bauamt Weilheim, das sich auch für den Ausbau des Radwegenetzes einsetze. Die größten Herausforderungen beim Radwegebau seien der Naturschutz und der Grunderwerb. „Die Zersiedelung mit vielen verschiedenen Grundstückseigentümern und die schutzwürdige Natur machen die Planung und Umsetzung oft schwierig“, so Böhm.

Trotzdem gebe es immer wieder erfolgreiche Projekte. Als Beispiele nannte sie die neuen Radwege entlang der Bundesstraße 13 von Bad Tölz nach Lenggries oder zwischen Reichersbeuern und Waakirchen. In der Planung befinde sich ein durchgehender Radweg von Bad Tölz-Farchet bis nach Unterleiten, wo er an die bestehende Radverbindung anschließen soll.

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