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Sommer 2021:Marktstraße wird zur Bühne

2019 gab es die Aktion "Stadtlesen" auf der Tölzer Marktstraße. In diesem Sommer wird sich dort das neu gestaltete Stadtmuseum präsentieren.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Bad Tölz feiert das ganze Jahr über sein neu gestaltetes Stadtmuseum. Ob Musik, Sport oder Lebensfreude: Jeden Monat gilt ein neues Motto.

Von Klaus Schieder

Fast ein Jahrzehnt hat es gedauert, bis Leiterin Elisabeth Hinterstocker und ihr Team nun eine wahre Herkulesaufgabe abgeschlossen haben: die Neugestaltung des Tölzer Stadtmuseums. Sie haben unermüdlich gesichtet und sortiert, katalogisiert und inventarisiert, die Ausstellung neu konzipiert und umgebaut. Das Ergebnis: "Wir haben ein Juwel in der Stadt", sagt Bürgermeister Ingo Mehner (CSU). Normalerweise hätte es eine Eröffnung mit einem Empfang und einem Rundgang gegeben, aber das geht wegen der Corona-Pandemie nicht. Deshalb folgt man einer anderen Idee: "Stadt.Museum.Sommer". Unter diesem Logo wird das Stadtmuseum ein halbes Jahr lang quasi nach draußen getragen und auf der Marktstraße gefeiert. Je nachdem, wie die Corona-Lage die einzelnen Veranstaltungen zulässt.

"Sechs Monate, sechs Themen, sechs Events": Das ist das Motto des Reigens rund um den vollendeten Museumsumbau. Damit wolle man "das Museum in die Stadt bringen, die Innenstadt beleben und Attraktivität bieten", so Mehner. Für Hinterstocker bietet dies auch die Chance, die Hemmschwelle zu der Kultureinrichtung zu verringern. "Wir möchten das Museum wieder stärker an den Bürger bringen", sagt die Leiterin. Schließlich sei es ja einst von der Tölzer Bürgerschaft gegründet worden. Jeden Monat gibt es ein spezielles Themengebiet aus dem Stadtmuseum. Der Mai ist der "Musik in der Stadt" gewidmet", der Juni steht unter der Überschrift "Sport und Aktivität", der Juli gehört der "Bayerischen Lebensfreude", der August trägt den Titel "Familientag", der September die Aufschrift "Literatur und Kultur", der Oktober gilt "Jagd und Genuss".

Daran beteiligen sich Einzelhändler, Gastronomen, Vereine und Fachleute, die dabei helfen sollen, diese Themen in der Stadt sichtbar zu machen. "Es ist wichtig, dass es einen Mehrwert für andere Institutionen gibt", sagt Hinterstocker. Im Mai können etwa die Tölzer Stadtkapelle und Blasmusikgruppen auftreten, die Ladenbesitzer haben die Möglichkeit, verschiedene Instrumente im Schaufenster zu zeigen, die unter anderem von der Firma Meindl aus Geretsried zur Verfügung gestellt werden. Im Juni können sich Sportvereine präsentieren, im Juli Trachtenvereine. Im September soll es nicht bloß um Thomas Mann, sondern auch um Hans Carossa gehen, der in Tölz geboren wurde, um Gregor Dorfmeister, um Ludwig Thoma, um Gabriel von Seidl. Im Oktober wären die Jäger an der Reihe, die sich in der Marktstraße zeigen und Hinterstocker zufolge mit Besuchern auch über das Für und Wider der Jagd diskutieren können. Geplant sind - sofern Corona es zulässt - Vorträge, Konzerte, Kurzführungen durchs Museum, vielleicht Sonderausstellungen. Auf jeden Fall soll es Kurzfilme aus dem Museum im Internet geben - mit Leiterin Hinterstocker und je einem Experten.

Für Wirtschaftsförderin Sandra Kern ist es wichtig, dass der Einzelhandel nach den Lockdowns auch mal länger öffnen darf. Zum Beispiel an den sechs Event-Tagen, die jeden zweiten Samstag im Monat geplant sind: am 15. Mai, 12. Juni, 10. Juli, 14. August, 11. September und 9. Oktober. Unklar ist, ob und was wegen der Pandemie stattfinden darf. Für den Mai habe man viel schon wieder streichen müssen, sagt die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier. So habe der Tölzer Knabenchor abgesagt.

© SZ vom 29.04.2021
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