Stadtentwicklung Bad Tölz träumt von City-Hotel

Die Stadt könnte sich vorstellen, den Gebäudekomplex am Amortplatz mit dem ehemaligen Trachtenladen von Rita Braun als City-Hotel zu nutzen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der Bauausschuss plädiert für ein Vorkaufsrecht für Areale am Amortplatz und im Badeteil. Der Stadtrat muss nun zustimmen.

Von Alexandra Vecchiato

Die Tölzer Altstadt soll ihr Gesicht behalten. Deshalb ist es auch wichtig, wie sich das Gebiet jenseits der Isarbrücke baulich entwickelt. Um auf diese Entwicklung in Zukunft Einfluss nehmen zu können, hat sich der Bauausschuss dafür ausgesprochen, eine Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht zu erlassen. Sollten Grundstücke im Bereich "Amortplatz" auf dem Markt angeboten werden, möchte die Stadt als Erste zugreifen können. Auch für den Bereich "Badeteil" soll es so ein besonderes Vorkaufsrecht per Satzung geben. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat.

Die Stadt Bad Tölz will, dass der Bereich "Amortplatz/Bockschützstraße und Am Stein" gemischtgewerblich auch künftig genutzt wird. Dichte Wohnbebauung oder Nutzung soll verhindert werden. Noch immer nicht klar ist, was aus dem Haus mit der Adresse Amortplatz 1 wird. In diesem Komplex befindet sich unter anderem das alte Kino und das frühere Trachtengeschäft von Rita Braun. Dieses Anwesen, so heißt es in der Verwaltungsvorlage, könnte als City-Hotel umgenutzt werden, da es wegen seiner Nähe zur Innenstadt ein "ideales Domizil für private oder geschäftliche Aktivitäten" darstellt. Erforderliche Stellplätze oder ähnliche Nebenanlagen müssten "verträglich" untergebracht werden. Ferner stünden mehrere Gebäude im Geltungsbereich der neuen Satzung unter Denkmalschutz, was auch berücksichtigt werden müsse. Auch in den Bereich falle der Häuserkomplex, in dem sich zu früheren Zeiten einmal ein Bettengeschäft befand, heute das Café Love untergebracht ist und bis zur Angerstraße geht.

Im Badeteil umfasst der Bereich für das Vorkaufsrecht unter anderem den Jodquellenhof, das Alpamare und die Wandelhalle, aber ebenso Grundstücke bis zur Wengleinstraße. In diesem Areal könnte Wohnbebauung für junge Familien realisiert werden, sagte Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Im Bereich des ehemaligen Hotels, Spaßbades und der Wandelhalle sei eine touristische Nutzung vorgeschrieben.

Stadtrat Peter von der Wippel (FWG) regte an, auch ein Vorkaufsrecht für das Post-Areal und den Bahnhof über eine Satzung zu sichern. Alles kaufen, könne die Stadt nicht, erwiderte Fürstberger. Allerdings gehöre die Post-Fläche zum Sanierungsgebiet Altstadt. In diesem Gebiet habe die Stadt ein gesetzliches Vorkaufsrecht. Sollte der Bahnhof angeboten werden, werde die Stadt sicherlich zuschlagen. Fantasiepreise müssten nicht bezahlt werden, aber günstig wegzukommen, damit dürfe auch niemand rechnen. "Wir müssen zahlen, was aufgerufen wird. Können aber auch einen Gutachter zur Bewertung einschalten", sagte Fürstberger.