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Stadt gewinnt Wette:"Glück auf" mit Gänsehaut

Mehr als 1000 Penzberger singen das "Steigerlied".

Und plötzlich waren sie da. Menschen, so weit das Auge reicht. Während sich am Samstagnachmittag nur hier und da Besucher auf den Stadtplatz verirrten, bot sich am frühen Abend ein ganz anderes Bild. Der gesamte Platz war gefüllt von einer unüberschaubaren Menschenmenge. Frauen, Männer, Kinder, Jung und Alt - alle vereint und einträchtig das "Steigerlied" singend. Ein Gänsehaut-Moment.

Die Stadt hatte mit dem Pharmaunternehmen Roche gewettet, dass 1000 Menschen vor der großen Bühne gemeinsam das "Steigerlied" singen werden. Diese Wette hat Penzberg haushoch gewonnen, was Roche-Werkleiter Ulrich Opitz beim Anblick der vielen Besucher sogleich eingestand. "So gerne habe ich noch nie verloren. Chapeau", rief er von der großen Bühne aus in die Menge. 1000 Zettel mit dem Text des "Steigerliedes" hatten die Stadtfest-Organisatoren verteilen lassen. "Die Zettel haben nicht ausgereicht", sagte Festkoordinator Tom Sendl. "Das ist der Wahnsinn. Damit habe ich nicht gerechnet." Begleitet wurde der "Chor der 1000" von der Penzberger Band SonPas, die auch die Chorprobe vor dem eigentlichen Einlösen der Wette übernahm. Doch hätte es das Einsingen gar nicht gebraucht, so sicher waren sich die Tausend, die gar nicht mehr aufhören wollten "Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt" zu intonieren. Und einige Sangesfreunde bewiesen, dass sie gar alle sieben Strophen des Liedes auswendig können. Voll Eifer mit dabei waren auch Kinder des Awo-Horts mit selbst gebastelten Trommeln. Sie hatten den Liedtext eigens in den vergangenen Tagen einstudiert.

Die Wette dient einem guten Zweck. Werkleiter Opitz überreichte auf der Bühne zwei symbolische Schecks in Höhe von jeweils 7500 Euro an das Familienzentrum Arche Noah für die Fortführung des Berufsorientierungsprojekts "Passgenau" und an die Bürgermeister-Prandl-Mittelschule. Dort wird ein Lehrsaal für Physik, Chemie und Biologie gebraucht.