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SPD-Wolfratshausen:Junger Mann mit Leistungsbilanz

Fritz Meixner empfiehlt sich beim Stammtisch als Bürgermeisterkandidat. Fast alle Genossen stehen hinter ihm

Fritz Meixner stellt sich beim Griechen in Farchet als Bürgermeisterkandidat vor. Foto: Pöstges

(Foto: Hartmut Pöstges)

Der junge Mann wolle also Bürgermeister werden? Ob er denn gebürtiger Wolfratshauser sei? Nein? Und auch kein SPD-Mitglied? "Oh mei", sagt Melitta Nordbruch. Sie zählt zu den ältesten und treusten Mitgliedern der Wolfratshauser SPD. Deswegen muss sie bei Versammlungen auch kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn sie mal wieder bei den Genossen vorbeischaut, und zwar auch dann nicht, wenn sich beim lokalpolitischen Frühschoppen ihrer Partei gerade der neue Bürgermeisterkandidat vorstellt wie am Sonntag beim Griechen in Farchet.

Der junge Mann ist 44, arbeitet seit bald 18 Jahren für die Stadt Wolfratshausen und sucht dort derzeit nach einer Zweitwohnung, um nicht nach jedem abendlichen Termin nach Benediktbeuern fahren zu müssen. Wenn er im kommenden März wirklich zum Bürgermeister gewählt wird, dann werde er sicher auch wieder mit seiner Frau und den drei Kindern nach Wolfratshausen ziehen, sagt Fritz Meixner, der in der tiefschwarzen Umgebung des fränkischen Klosters Banz geboren und aufgewachsen ist, ehe er nach dem Zivildienst zum Studium der Sozialpädagogik nebst ein bisschen Theologie und Philosophie nach Benediktbeuern kam und dann nach einem Jahr als Schreiner und einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela Jugendarbeiter in Wolfratshausen geworden ist. Inzwischen ist er dort Stadtjugendpfleger und als Geschäftsführer des städtischen Kinder- und Jugendfördervereins Vorgesetzter von 40 Mitarbeitern.

Trotzdem viel zu jung, findet Melitta Nordbruch zur schmunzelnden Belustigung ihrer Genossen, aber ein kleines bisschen unangenehm ist ihnen dieser Einwurf doch, denn sie haben intern zwar nicht über Meixners Alter, aber sehr wohl über seinen Wohnort und die Sache mit dem Parteibuch diskutiert und tun dies auch jetzt noch einmal kurz. Für den denkbar besten SPD-Kandidaten und auch für den denkbar besten Wolfratshauser Bürgermeister halten sie Fritz Meixner aber auf jeden Fall, wie viele der zwölf versammelten Genossen am Sonntag wortreich und glaubhaft versichern. Gerade weil er jung genug für mehrere Amtszeiten und vielleicht auch gerade weil er kein Parteimitglied ist, sagen etwa Rainer Holthaus und Fritz Schnaller, die wie die meisten Anwesenden und längst auch die Mehrheit der Bürger ebenfalls nicht in der Stadt geboren sind.

Meixner selbst identifiziert sich nach eigenen Worten sehr mit der Stadt, die so viel Potenzial und Ressourcen habe und der er selbst so viel verdanke. Etwa, dass er immer den Freiraum bekommen habe, das umzusetzen, was er seinen Zuhörern als "Leistungsbilanz" vorträgt: Den Kinder- und Jugendförderverein etwa, die Mittagsbetreuung, das Jugendhaus La Vida oder die dezentrale Jugendhilfe des Landkreises. All das sei ihm aber nicht nur dank der Zielorientierung, Ausdauer, Leidenschaft, Kontaktfreudigkeit, Glaubwürdigkeit, Integrität und Kreativität geglückt, die er sich selbst als Eigenschaften zubilligt, sondern dank der guten Zusammenarbeit mit anderen.

Gerade die wolle er auch als Bürgermeister pflegen, sagt Meixner und betont ein ums andere Mal den Wert eines offenen Dialogs und einer echten Bürgerbeteiligung. Außerdem bekenne er sich durchaus zu den Werten, für die auch die Sozialdemokratie stehe. Und - fränkisch von Herzen: "Ich mooch die Leudd." Für die will er sich auch auf den jeweiligen SPD-Listen in den Stadtrat und in den Kreistag wählen lassen.