Sozialplan Einigung bei HAP steht bevor

Das Unternehmen und die IG Metall haben sich angenähert

Nach der angekündigten Werksschließung von Hörmann Automotive Penzberg (HAP) stehen das Unternehmen und die IG Metall kurz vor der Einigung über einen Sozialplan. HAP wiederholte am Montag seine Zusage, zur Abfindung der gut 700 von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern 20 Millionen Euro bereitstellen zu wollen. "Wir stehen zu unserem Wort und zu unseren öffentlich gemachten Aussagen", sagt Michael Radke, der Chef von Hörmann Industries.

Laut Radke haben die Gesellschafter von HAP über das Wochenende ein Verfahren entwickelt, das die Abfindungen der Mitarbeiter absichern soll. Demnach wird ein Treuhänder - voraussichtlich die IG Metall - die 20 Millionen verwalten und auszahlen. Zudem soll es eine sogenannte "harte" Patronatserklärung des neuen Gesellschafters geben, der FTH Fahrzeugteileholding GmbH. Diese verspricht mit der Erklärung, darüber zu wachen, dass die zugesagten Gelder auch tatsächlich fließen.

Unter diesen Bedingungen sieht man bei der IG Metall gute Chancen, noch diese Woche zu einem Abschluss zu kommen. Ende vergangener Woche sah es noch überhaupt nicht danach aus. Am Donnerstag hatte die Gewerkschaft um kurz vor Mitternacht die Gespräche für ergebnislos beendet erklärt, nachdem es bis dahin von HAP keine verbindlichen Zusagen zur finanziellen Absicherung des Sozialplans gegeben hatte. Die Angestellten seien deshalb enttäuscht und wenig bereit gewesen, so Daniela Fischer von der IG Metall Weilheim, weiterhin ihr Bestes für das Unternehmen zu geben. Auf Druck der großen Kunden jedoch, so die Vermutung der Gewerkschafterin, habe HAP dann aber eingelenkt. Am Sonntagabend habe jedenfalls ein neues Angebot vorgelegen.

Bei HAP hofft man, mit diesen Zugeständnissen an die Belegschaft, trotz der belastenden Situation die Produktion am Laufen halten zu können. "Wir bringen dies hier gemeinsam und in einer ordentlichen Weise zu Ende", betont Peter Vandecruys, der HAP-Geschäftsführer.

In Penzberg werden bei Hörmann vor allem relativ einfache Bauteile aus Grobblech hergestellt. Wegen des großen manuellen Aufwands sei diese Sparte in einem Hochlohn-Gebiet wie Bayern kaum noch zu betreiben, heißt es aus Unternehmenskreisen. In Osteuropa gebe es inzwischen viel günstigere Konkurrenz. Deswegen will Hörmann die Produktion zum 30. Juni 2020 auch verlagern.