Gemeinderat LenggriesStandortsuche für Skatepark

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Bei der Überplanung der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne in Lenggries soll auch ein "Multifunktionsplatz" für Kinder und Jugendliche einbezogen werden.
Bei der Überplanung der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne in Lenggries soll auch ein "Multifunktionsplatz" für Kinder und Jugendliche einbezogen werden. (Foto: Manfred Neubauer)

Ein "Multifunktionsplatz", den sich Jugendliche in Lenggries wünschen, soll in die Überplanung des Kasernenareals einbezogen werden.

Von Petra Schneider, Lenggries

Mit der Idee, in Lenggries einen "Multifunktionsplatz" für Jugendliche zu schaffen, ist man noch nicht recht weitergekommen. Was fehlt, sind ein geeigneter Standort und die finanziellen Mittel. Nach einer zerfahrenen Diskussion hat sich der Gemeinderat jetzt darauf geeinigt, dass ein Standort am Festplatz nicht weiterverfolgt wird; ebenfalls raus ist eine Fläche neben dem Kunstrasenplatz des LSC. Im Spiel bleibt das Kasernenareal: Der Gemeinderat hat mit zwei Gegenstimmen von Anja Baumgartner (FWG) und Elisabeth Ertl (CSU) beschlossen, einen Multifunktionsplatz für Jugendliche bei der Überplanung des Kasernenareals einzubeziehen.

Für das Gelände wird derzeit ein Rahmenplan "Bildung und Soziales" erarbeitet, was laut Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG) allerdings noch einige Jahre dauern könne. Zugleich soll die Verwaltung nach weiteren Standorten suchen. Das von Peter Gascha (FWG) vorgeschlagene Grundstück beim Hackschnitzelheizwerk hinter der Schule, das nicht der Gemeinde gehört, soll in die Prüfung aufgenommen werden.

Der Wunsch nach einem Skatepark war bei der Bürgerversammlung im September 2021 aufgekommen, zwei Monate später hatten Kinder, Jugendliche und Eltern vor der Gemeinderatssitzung mit Transparenten für das Vorhaben geworben. Um zu erfahren, was sich die jungen Leute konkret wünschen, wurde eine Online-Umfrage gestartet, an der sich 787 Bürgerinnen und Bürger beteiligten, davon 57 Prozent Kinder und Jugendliche. Gewünscht wurde ein Treffpunkt mit Sitzplätzen, Toiletten, Überdachung und verschiedenen Aktivitätsmöglichkeiten wie Boulderblöcke, Parcourselementen, Pumptrack, Basketballkörbe. Die Verwaltung wurde beauftragt, mögliche Standorte mit einer Größe von etwa 1000 Quadratmetern zu eruieren und Stellungnahmen der zuständigen Behörden einzuholen.

Wie Geschäftsleiter Tobias Riesch erklärte, habe man Flächen auf dem Kasernenareal und im Bereich Bahnhof/Festplatz ausfindig gemacht. Die Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege bezüglich des Kasernenareals fiel schwammig aus: Jede Art der Nutzung in Ensemble- oder Denkmalnähe der dortigen Gebäude sei möglich, wenn "keine störenden Einflüsse auf das Denkmal" zu befürchten seien. Dies hänge von den konkreten Plänen ab und bedürfe einer öffentlichen Diskussion. Bezüglich des Standortes Bahnhof/Festplatz habe die Untere Naturschutzbehörde mitgeteilt, dass die Abschnitte zwischen den Gleisen als Biotope kartiert seien, der Gehölzbestand in Richtung Einfahrt zur Bundesstraße dürfe aus Artenschutzgründen nicht gerodet werden. Andernfalls seien umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nötig. Dies wurde von den Gemeinderäten ebenso abgelehnt wie eine weitere Option neben dem Kunstrasenplatz des LSC: Sie sei mit nur etwa 600 Quadratmetern klein und das Areal bei Fußballspielen mit Zuschauern ohnehin gut voll, hieß es.

Favorisiert wurde das Kasernenareal. Vor allem Grüne und SPD drängten auf eine schnelle Umsetzung: Die jungen Leute hätten sich super an der Umfrage beteiligt, sagte Sabine Gerg (SPD). "Warum geht man nicht den nächsten Schritt, sondern vertröstet sie wieder auf Jahre?" Nadia Tretter (Grüne) schlug vor, sich von einem Planungsbüro Vorschläge machen zu lassen. Freie Wähler und CSU sahen das anders. Ein Multifunktionsplatz auf dem Kasernenareal müsse in eine Gesamtkonzeption eingebunden werden, sagte Bürgermeister Klaffenbacher. "Wir könne nicht sagen, wir machen da einen Platz und planen den Rest dann außen rum". Außerdem sei das Areal eingezäunt und müsste für eine Nutzung geöffnet werden. Nicht geklärt seien zudem Finanzierung, Instandhaltung und Haftung. "Macht das komplett die Gemeinde oder ein Verein?" Er finde die Idee grundsätzlich "unterstützenswert", sagte Klaffenbacher. "Aber ich weiß nicht, wie wir das finanzieren sollen." Große Investitionen und hohe Energiekosten machten die Aussicht auf die nächsten Jahre "nicht rosig."

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