Schwimmsport in Penzberg Die Welle ist Geschichte

Badespaß im ersten Stock mit Blick auf die Berge - so soll das neue Schwimmbad aussehen. Die Penzberger können am 14. Oktober entscheiden, ob sie den Neubau haben oder das Wellenbad sanieren wollen.

(Foto: Stadtwerke/OH)

Penzberg plant für 20 Millionen Euro ein Schwimmbad ohne künstliche Brandung. Die Bürger entscheiden am 14. Oktober über Neubau oder Sanierung.

Von Alexandra Vecchiato

Was in den Vereinigten Staaten der "Super Tuesday" ist, wird für die Penzberger der 14. Oktober sein. An diesem Sonntag werden die Wahlberechtigten nicht nur an die Urne gerufen, um über einen neuen Landtag zu befinden. Sie sollen darüberhinaus über den Hotel-Standort entscheiden wie auch über einen Schwimmbad-Neubau oder die Sanierung des Wellenbads. Das teilte Bürgermeisterin Elke Zehetner (parteifrei/SPD) in ihrer Funktion als Vorsitzende des Stadtwerke-Verwaltungsrats am Mittwoch mit. Das Gremium hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Satzung der Stadtwerke zu ändern. Auch haben die Architekten grünes Licht, das neue Schwimmbad weiter zu planen. Die Kosten werden auf mehr als 20 Millionen Euro geschätzt.

Nicht alle Penzberger werden über diese Entscheidung glücklich sein. Die Welle ist Geschichte. Mit fünf zu drei Stimmen hat sich der Verwaltungsrat dafür ausgesprochen, keinen Wellenbetrieb im neuen Schwimmbad zu installieren. Die Welle allein (ohne Berücksichtigung künftiger Betriebskosten) hätte nochmals mit 614 000 Euro zu Buche geschlagen. Auch wenn Adrian Leinweber (SPD) vehement für das Penzberger "Alleinstellungsmerkmal" warb, wollte außer Wolfgang Sacher (BfP) und Michael Kühberger (FLP) keiner der Räte diese Kosten mittragen.

Mehrheitlich beschloss das Gremium, statt Betonbecken mit Fliesen langlebige und wartungsarme Edelstahlbecken (400 000 Euro) zu verwenden. Laut den Experten verkürzt das die Bauzeit um mindestens drei Monate je nach Witterung. Noch nicht in der Kostenschätzung in Höhe von gut 20 Millionen Euro enthalten ist eine Aufschüttung des Außengeländes. Das könnte laut Landschaftsarchitektin Ingrid Liebald erforderlich sein wegen des Hochwasserschutzes. Die genauen Kosten liegen nicht vor, voraussichtlich beläuft sich die Maßnahme auf circa 75 000 Euro.

Vorsitzende Zehetner begrüßte, dass man sich zur Satzungsänderung entschlossen habe. Es sei gut, dass die Bürger nun sowohl über den Neubau als auch die Sanierung entscheiden könnten. Die Änderung ist notwendig, weil der Stadtrat nur über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens der Initiative zum Erhalt des Wellenbads und des von der SPD angekündigten Ratsbegehrens für einen Hallenbad-Neubau befinden kann, wenn er den Stadtwerken Weisungen erteilen kann. Das ist bis dato, was den Neubau eines Bads betrifft, nicht möglich. Künftig soll der Stadtrat auch ein Mitspracherecht haben, wen es um die Instandsetzung, die Schließung und den Unterhalt des Hallenbads geht. Der Stadtrat wird über die Satzungsänderung am Dienstag, 24. Juli, entscheiden. Gerne hätte der Stadtrat in einer Sondersitzung am Mittwoch, 11. Juli, bereits darüber diskutiert. Das sei indes nicht möglich, sagte Zehetner, da die Initiative noch Unterstützungsunterschriften nachreichen müsse. Diese müssten vorab geprüft werden.

Der Verwaltungsrat hat den Planer ferner den Auftrag erteilt, in die nächste Leistungsphase zu gehen, sprich: das neue Bad weiter zu planen. Die Kosten hierfür liegen bei 500 000 Euro. Damit ginge man ein Risiko ein, hob Wolfgang Sacher hervor. Denn niemand wisse, ob sich die Penzberger am 14. Oktober für einen Neubau oder eine Sanierung aussprechen würden.

Er hakte nach, ob die Stadtwerke Regressansprüche wegen der "dilettantischen Arbeiten" am Wellenbad-Dach geprüft hätten. Michael Kühberger sprang ihm zur Seite und monierte, die Reparaturen seien fachlich nicht richtig ausgeführt worden. Da es nie einen Beschluss zur Sanierung des Dachs gegeben habe, sei es eben nur ausgebessert worden, erwiderte Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer. Er sei gerne bereit, eine Liste der beteiligten Firmen zu veröffentlichen, sollten diese dem zustimmen. Die Stadtwerke hatten kürzlich das Dach öffentlich zugänglich gemacht, um aus ihrer Sicht auf die Problematik einer Sanierung hinzuweisen. Seitdem gibt es Kritik an den ausgeführten Arbeiten. Die Dachfolie sei etwa 40 Jahre alt und daher am Ende ihrer Nutzungsdauer, betonte Vilgertshofer.