Um den Ausstoß von CO₂ zu reduzieren, hat der Landkreis an seinen eigenen Liegenschaften in den vergangenen Jahren erhebliche Verbesserungen erzielt. So haben sich die Emissionen von 2008 bis 2022 um 55 Prozent verringert, Tendenz weiter fallend. Die konkreten Zahlen für das Jahr 2024 legte Hauptamtsleiter Christoph Bauer kürzlich im Schul- und Bauausschuss anhand ausgewählter Beispiele vor.
Demnach sank der Heizenergiebedarf am Schulzentrum Geretsried seit der Generalsanierung im Jahr 2016 um 300 000 Kilowattstunden. Dadurch reduzierte sich der CO₂-Ausstoß auf ein Drittel. Der Stromverbrauch stieg dagegen stetig an. Als Grund nannte Bauer vor allem den Zubau neuer Gebäudeteile am Geretsrieder Schulzentrum, wie Oberstufenbau, Lehrerzimmer, Interimsgebäude und die neue Dreifachturnhalle. Steigender Verbrauch erhöht die Stromkosten; diese seien in den Jahren 2023/24 im Zuge der Energiekrise in „astronomische Höhen“ gestiegen.
„Die Generalsanierung zahlt sich langfristig aus“
Trotz gesunkenem Strombezug in diesen beiden Jahren hätten sich die Kosten in etwa verdreifacht. Dass weniger Strom zugekauft werden musste, liege am Einbau sparsamer LED-Beleuchtung sowie an der Installation von PV-Anlagen. Die finanzielle Einsparung durch die neuen Paneele und die Sanierung der Pausenhallen bezifferte Bauer mit rund 245 000 Euro. Dem stünden Baukosten von rund 345 000 gegenüber, die sich spätestens 2028 amortisiert hätten. „Die Generalsanierung am Geretsrieder Schulzentrum zahlt sich langfristig aus“, fasste Bauer zusammen. Potenzial sieht er noch in der Optimierung des Betriebs von Heizungs- und Lüftungsanlagen des Schulkomplexes.
Generell müsse im Hinblick auf die CO₂-Reduzierung für den Bereich Wärme der Fokus auf einem Ersatz von Gas durch regenerative Energieträger liegen. An der Realschule Wolfratshausen etwa durch einen Umstieg auf eine Hackschnitzelheizung. Weitere Generalsanierungen trügen dazu bei, Verbräuche zu reduzieren. Auch der stetige Ausbau der Photovoltaik-Anlagen müsse fortgeführt werden. Noch nicht mit Paneelen bestückt seien derzeit die Berufsschulen in Wolfratshausen und Bad Tölz, sowie die dortige Realschule. An der Realschule Wolfratshausen sei eine PV-Anlage bereits im Zuge des Turnhallenanbaus berücksichtigt.
Die Heizkraftwerke in Tölz und Icking laufen zu mehr als 70 Prozent mit Biomasse
Für die CO₂-Bilanz ergebe sich durch weitere PV-Anlagen rechnerisch allerdings keine unmittelbare Verbesserung, sagte Bauer, weil der Landkreis für seine Liegenschaften bereits seit Jahren 100 Prozent Ökostrom beziehe. Aber der eingespeiste Sonnenstrom trage natürlich bundesweit zum Strommix bei. Potenzial biete der Einsatz von Speichertechnologien sowie die Nutzung von Überschusseinspeisung. Hier gelte es, den sich schnell entwickelnden Markt zu beobachten, riet Bauer.
Ein gutes Zeugnis stellte er den Heizkraftwerken am Schulzentrum Bad Tölz und am Gymnasium Icking aus. Sie liefen derzeit mit über 70 Prozent Biomassebetrieb. „Das ist ein sehr guter Wert“, sagte Bauer. Technisch und wirtschaftlich begrenzt werde dieser allerdings durch den nötigen Spitzen- und Niedriglastbetrieb, der mit Gas ausgeglichen wird. In beiden Heizkraftwerken komme außerdem ein Blockheizkraftwerk mit einem Wirkungsgrad von mehr als 70 Prozent zum Einsatz.

