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Schule in Egling:Mehr als eine Lernstätte schaffen

Sigrid Prommer ist die Nachfolgerin von Bernhard Sappel als Leiterin der Grundschule Egling.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Sigrid Prommer leitet neuerdings die Eglinger Grundschule. Sie setzt auf Digitalisierung und Wohlfühlatmosphäre

Von Inga-Maria Glahn, Egling

Mit Beginn des neuen Schuljahres haben sich Schüler und Eltern flächendeckend auf einige Neuerungen einstellen müssen. In der Grundschule Egling gibt es zudem eine Zäsur in der Leitung: Dort hält nun Sigrid Prommer die Fäden in der Hand. Sie folgt Bernhard Sappel nach, der aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Schulleiters abgegeben hat.

Prommer nennt sich selbst ein "Münchner Kindl", wuchs in Wolfratshausen auf und studierte Grundschullehramt und Schulpsychologie in München. Ihr Start als neue Schulleiterin in Egling fiel in eine ungewöhnliche Zeit: "Der Beginn stand unter einem komplett anderen Stern", erzählt sie im Hinblick auf die Corona-Pandemie und die Hygiene-Auflagen. Zwar konnte das Schuljahr mit der "gesamten Mannschaft" starten, es habe sogar eine kleine Einschulungsfeier stattfinden können. Trotzdem ist die Pandemie allgegenwärtig: Auf dem Boden des Schulhofs gibt es Abstandsstriche, die Kinder müssen sich regelmäßig die Hände desinfizieren. Auch, wenn so viel Normalität wie möglich beibehalten werden soll, ist für Prommer klar: "Die Schule braucht ein geeignetes Hygienekonzept." Die Umsetzung der Vorgaben sei den Schülern indes sehr leicht gefallen. "Die Kinder sind unglaublich diszipliniert. Die Kleinen lernen von den Großen", sagt Prommer über die Situation an der Eglinger Schule.

Ihr Referendariat hat die heute 48-Jährige in einer Grundschule in Penzberg absolviert. Dort arbeitete sie auch noch nach ihrem Studium: "Für mich war Penzberg meine Schulheimat", sagt sie. Zwischenzeitlich arbeitete Prommer auch an einem Gymnasium in Penzberg, wo sie als Lotsin und Schulpsychologin agierte. Sie half den Kindern bei dem Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule und kümmerte sich um Probleme. Das reichte von Legasthenie über Depressionen bis hin zu Angststörungen. Nach sieben Jahren kehrte sie zur Grundschule zurück und wurde dort Konrektorin: "Ich bin einfach mit Leib und Seele Grundschullehrerin."

Vor einigen Monaten stieß sie auf die Stellenausschreibung an der Grundschule Egling und bewarb sich. Sie habe nicht explizit nach einem neuen Job gesucht, empfand die Aufgabe aber als neue Herausforderung. "Die Schule hat unglaublich viel Herz und Charakter", sagt die Schulleiterin. Sie sei begeistert von der idyllischen Lage und dem riesigen Pausenhof, der den Kindern zur Verfügung steht. "Die Schule hat mich einfach gerufen", sagt sie lächelnd. Prommer sei sowohl vom Elternbeirat als auch vom Kollegium herzlich und offen aufgenommen worden, sodass sie sich gleich wohlfühlte.

Innerhalb des Teams ist für Prommer besonders eine offene Kommunikation und ein wertschätzendes Miteinander von Bedeutung. Die Eglinger Grundschule besteht insgesamt aus acht Klassen. Prommer leitet eine der zwei neuen Eingangsklassen in diesem Jahr. In Zukunft möchte sich die neue Schulleiterin für den Fortschritt der Digitalisierung der Schule einsetzen - besonders im Hinblick auf die Einschränkungen durch die Pandemie. "Das ist für mich ein absolut großer Schwerpunkt", sagt sie. Schon zuvor habe sie sich an Schulen für dieses Thema eingesetzt und mit Smartboards im Unterricht gearbeitet. Von der Gemeinde Egling wurden der Grundschule bereits einige Tabletcomputer zur Verfügung gestellt, mit denen die Kinder zukünftig lernen und arbeiten können.

Für Prommer ist die Schule grundsätzlich nicht nur eine Lernstätte, sondern auch eine Lebensstätte, da die Kinder dort einen großen Teil ihrer Zeit, ja sogar ihrer gesamten Kindheit verbringen. Umso wichtiger ist es für die Schulleiterin, den Kindern eine "Wohlfühlschule" zu schaffen, wo sie bleibende Erinnerungen sammeln, wie sie sagt.

© SZ vom 07.10.2020

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