Schüler unterstützen Schüler:Fast 150 000 Euro für Indien

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Schüler unterstützen Schüler: Voneinander lernen: Maipan Paul, Bischof von Khammam, und Pater Kiran Lourdu erhielt in Schäftlarn eine Spende von 144 867 Euro.

Voneinander lernen: Maipan Paul, Bischof von Khammam, und Pater Kiran Lourdu erhielt in Schäftlarn eine Spende von 144 867 Euro.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Am Gymnasium Schäftlarn, das den Austausch mit einer Partnerschule in Khammam pflegt, wird die Spende übergeben

Von Konstantin Fahrner, Schäftlarn

Schule ist Pflicht. Ganz klar. Man geht in die Schule, weil man nun einmal in die Schule zu gehen hat. So ist das in Deutschland. Nicht so im indischen Distrikt Khammam, wo eine umfassende Schulbildung noch immer ein Privileg der oberen Gesellschaftsschichten ist. Es mangelt in den ärmeren Teilen der Bevölkerung oft an den finanziellen Möglichkeiten, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Deshalb hat es sich das Gymnasium Schäftlarn, gemeinsam mit den Wohlfahrtsorganisationen "Missio München", "The Life To Share" und "Sternstunden", zur Aufgabe gemacht, dieser finanziellen Not Abhilfe zu leisten. Seit Jahren fließen Spendengelder von Bayern nach Khammam, wo sie von der dortigen Diözese verwaltet und gezielt zur Bekämpfung von Krankheit, Hunger, Armut und Bildungsmangel eingesetzt werden. Maipan Paul, Bischof von Khammam und treibende Kraft der Kooperationen, ist jüngst in Begleitung seines Assistenten Pater Kiran Lourdu zu einer weiteren Scheckübergabe nach Schäftlarn angereist, wo er eine Spende von nahezu 150 000 Euro in Empfang nehmen konnte. "Ihr seid nicht einfach nur Gäste. Ihr seid unsere Freunde", begrüßte der Schäftlarner Abt Petrus Höhensteiger seine indischen Ehrengäste.

Bischof Paul betreibt in seinem Distrikt mit Hilfe der Spendengelder die "Stella Maris English Medium High School" - eine gebührenfreie Schule für bis zu 430 Schüler von der fünften bis zu zehnten Klasse. Diese soll nun, dank der neuen Spende, ausgebaut werden. Das Vorhaben steht in enger Kooperation mit der Partnerschule aus Schäftlarn und ist ein Projekt, an dem sich auch Schüler des Gymnasiums beteiligen.

Spätestens seit ihrer eigenen Reise nach Indien gehen die 12 Schüler des P-Seminars "Partnerschule Indien" am Gymnasium Schäftlarn gern zur Schule. Während des zehntägigen Aufenthalts in Khammam in diesem Jahr haben die Jugendlichen erfahren, dass tägliche Schulbildung in einem Land wie Indien keine Selbstverständlichkeit ist. Sie haben gelernt, dass das indische Kastensystem noch immer einen Schatten auf die moderne indische Gesellschaft wirft. Und dennoch haben sie auch erlebt, wie herzlich die indische Bevölkerung ihren Gästen gegenüber ist. Wie lebensfroh sie ist. Wie Kinder und Jugendliche voller Freude und Enthusiasmus zur Schule gehen. "Sie haben uns sofort Wasser angeboten, obwohl sie selbst kaum welches hatten", beispielsweise die Schülerin Leonie.

Nach der feierlichen Übergabe des Spendenschecks im Wert von 144 867 Euro hatte die Sternstundenbeauftragte Marianne Lüddeckens ebenfalls ein paar Worte zu verlieren. Ihre zentrale Botschaft an alle: "Bildung, Bildung, Bildung!" Die allgemeine Schulpflicht in Deutschland ist mittlerweile so selbstverständlich, dass sie häufig eher als unbequeme Auflage denn als echte Chance verstanden wird. Eine Chance, die nicht allen Kindern und Jugendlichen auf der Welt als natürliche Voraussetzung gegeben ist. Die Schäftlarner Schulpartnerschaft mit Indien jedenfalls vermittelt den Schülern des Gymnasiums einen zentralen Wert, wie er heutzutage nicht selbstverständlich ist: Eine Motivation zu helfen. Um des Helfens Willen.

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