In der Corona-Krise:Wolfratshausen erhöht Testkapazitäten

Coronavirus

Die Teststation am Schwankl-Eck bekommt Verstärkung: Auch an drei anderen Stellen in der Wolfratshauser Innenstadt kann man sich künftig auf Corona testen lassen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

In einer vom Werbekreis vermittelten Immobilie in der Loisach-Passage entsteht ein zweites Corona-Testzentrum am Markt. Und auch auf dem Loisachhallen-Parkplatz sollen künftig Abstriche gemacht werden

Von Konstantin Kaip

Mit schnellen und unkomplizierten Corona-Tests hat Wolfratshausen reichlich Erfahrung. Schließlich können dort schon seit Dezember alle Bürger, die es wollen, im Schwankl-Eck am Obermarkt einen Abstrich machen lassen. Die Teststation, von Ines Lobenstein initiiert, als das Virus-Screening andernorts noch weitgehend Behörden und Gesundheitseinrichtungen überlassen wurde, hat der Loisachstadt eine Vorreiterrolle verschafft, mit der sie sich selbstbewusst auch als Modellregion für testbasierte Öffnungen in Bayern beworben hat.

Unabhängig davon hat das Netzwerk aus zahlreichen Ehrenamtlichen, die den Testbetrieb inzwischen am Laufen halten, schon vor geraumer Zeit eine zweite Dependance in der Innenstadt in Aussicht gestellt. Die soll nun bald an den Start gehen: Auf Vermittlung des Wolfratshauser Werbekreises, der auch die Kosten übernimmt, soll in der Loisach-Passage eine zweite Teststation entstehen. Betrieben wird sie vom bewährten Team, federführend von der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen, die vom Landkreis offiziell mit den Wolfratshauser Schnelltests beauftragt wurde.

Die neue Teststation entsteht in einem Erdgeschoss-Laden wenige Schritte vom Japanischen Garten entfernt, in dem früher der CD-Müller und das Stoffcenter untergebracht waren. Vermittelt wurden die etwa 180 Quadratmeter großen Räumlichkeiten, die seit Längerem leer stehen, von Immobilienmakler Ernst Gröbmair, der auch im Vorstand des Werbekreises sitzt und den Laden in seinem Portfolio führt. Am Dienstag hat Werbekreis-Chef Hans-Joachim Kunstmann die Schlüssel an den DLRG-Leiter Robert Klingel übergeben.

Schnelltests, die derzeit Voraussetzung für einen Einkauf sind, seien bei den Händlern "das Thema schlechthin", erklärte Gröbmair bei der Übergabe. Im Werbekreis habe man daher überlegt, wie man die Kapazitäten erweitern könne. Er habe die Starnberger Immobilien KG kontaktiert, welcher der Laden in der Passage gehört. Diese habe sich sofort bereit erklärt, ihn vergünstigt zur Verfügung zu stellen. Die Kosten trage der Werbekreis.

Werbekreis Testzentrum Wolfratshausen

Wolfratshausen hilft sich: Werbekreis-Chef Hans Joachim Kunstmann übergibt DLRG-Leiter Robert Klingel die Schlüssel fürs zweite Testzentrum.

In dem Laden sollen nun zwei Teststraßen entstehen, mit separatem Ein- und Ausgang. Dafür wird laut Gröbmair die Vitrine des Burgvereins, die derzeit noch hinterm Schaufenster zu sehen ist, entfernt. Das Burgmodell im Nebenraum soll bleiben und mit einem Absperrband versehen werden. Die großzügige Örtlichkeit sei "ideal", sagte Ines Lobenstein. "Man kann vorne rein und hinten raus."

Der Starttermin und die Öffnungszeiten stehen laut DLRG-Chef Klingel noch nicht fest. Es soll jedoch demnächst einen Probetag geben. Dabei soll auch eine vom DLRG-Kreisverband Mühlheim entwickelte Software getestet werden, die in der Teststation zum Einsatz kommen und eine Terminvereinbarung ermöglichen soll. Der Testzeitpunkt könne dann vorab online festgelegt werden, nach dem Nasenabstrich könne das Ergebnis dann per E-Mail an die Testperson geschickt werden. Das vermeide Wartezeiten und Gedränge, erklärte Klingel. Doch auch Tests ohne Anmeldung und ausgedruckte Ergebnisse soll es auf Wunsch weiterhin geben. Das nötige Personal steht laut Klingel bereit: "Wir sind uns sicher, dass wir ausreichend Freiwillige finden", sagte er. Neben DLRG, Kulturverein Isar-Loisach, "Bürger für Bürger", Asylhelferkreis, Feuerwehr Weidach und Bergwacht wolle sich nun auch die Kolpingsfamilie beteiligen, erzählte Lobenstein. "Unser Ziel ist es, von Wolfratshauser zu Wolfratshauser zu testen", sagte Klingel.

Möglich werden soll das auch auf dem Parkplatz vor der Loisachhalle. Dort hat die Stadt eine Holzbude aufgebaut, in der weitere Schnelltests stattfinden sollen. Kostenlos getestet wird mittlerweile auch woanders, etwa im Kosmetikstudio Jungbrunnen am Rathaus, in zwei Apotheken und beim Möbelhaus XXXLutz im Gewerbegebiet. "Wir sehen das wohlwollend", sagte Lobenstein dazu. Und Klingel betonte, dass man mit Blick auf Inzidenz und Impffortschritt zwar den Bedarf abwarten müsse. Wie auch Lobenstein geht er aber davon aus, dass Schnelltests noch eine ganze Weile zum Alltag gehören werden. Auch im Konzept für das Flussfestival im Juli sind sie mittlerweile eingeplant. Bei der Bewerbung Wolfratshausens zur Modellregion sei man von 1500 Abstrichen pro Tag ausgegangen, sagt Lobenstein. "Wir halten es nicht mehr für ausgeschlossen, dass wir das schaffen."

© SZ vom 22.04.2021
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