SchlehdorfDer Schulvertrag ist unterschrieben

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Nach dem Dauerstreit um St. Immaculata ist der Fortbestand jetzt gesichert, sofern die Zweizügigkeit gewährleistet werden kann. Die Trägerschaft für die Schlehdorfer Einrichtung bleibt bei der Kirche.

Klaus Schieder

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Ausschließlich Mädchen haben bisher die Realschule St. Immaculata in Schlehdorf besucht. Ob demnächst auch Jungen hier zum Unterricht gehen dürfen, ist noch nicht endgültig geklärt.
Ausschließlich Mädchen haben bisher die Realschule St. Immaculata in Schlehdorf besucht. Ob demnächst auch Jungen hier zum Unterricht gehen dürfen, ist noch nicht endgültig geklärt. Manfred Neubauer

Nach monatelangen Verhandlungen ist der Fortbestand der Mädchenrealschule St. Immaculata in Schlehdorf erst einmal gesichert. Generalvikar Peter Beer von der Erzdiözese München und Freising und Ministerialdirigent Herbert Püls vom bayerischen Kultusministerium unterzeichneten am Donnerstag einen Vertrag, wonach der Schulbetrieb aufrecht erhalten bleibt, wenn sich mindestens 50 Schülerinnen pro Jahrgang anmelden. Trotz aller Schwierigkeiten sei man damit "zu einer guten Lösung gekommen", resümierte Generalvikar Beer.

Möglich war dies nur, weil sich das Kultusministerium bereit erklärte, staatliche Lehrer bei Bedarf an die katholische Schule abzustellen. Das sei in Bayern bislang "einmalig", sagte Ministerialdirigent Püls. Und das soll auch so bleiben. Einen Pilotcharakter für andere Einrichtungen misst Püls diesem Zugeständnis nicht bei. Für die Schlehdorfer Schule hofft er, "dass wir derartige Vorgänge nicht ein zweites Mal durchleben müssen". An der Trägerschaft ändert sich nichts. "Sie bleibt bei der Kirche", stellte Beer klar.

Das Angebot des Freistaats gibt der Erzdiözese die Möglichkeit, ihre eigenen Lehrkräfte an krisensichere Arbeitsplätze zu versetzen, etwa nach Garmisch oder Hohenburg. Wie viele Pädagogen davon betroffen sind, vermag Sandra Krump derzeit nicht zu sagen. Man müsse zunächst mit den Lehrern abklären, welche Orte sie bevorzugen, sagte die Abteilungsleiterin für Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat. Außerdem sei zu eruieren, wie viele Stellen demnächst durch Pensionierungen frei werden. Die Gespräche mit den Lehrkräften sollen bis Ostern geführt werden. Für jene, die in Schlehdorf bleiben wollen, gibt die Erzdiözese keine Arbeitsplatzgarantie.

Der Vertrag sieht vor, dass künftig 58 Schülerinnen pro Jahrgang angemeldet sein müssen, um die Zweizügigkeit der Schule zu gewährleisten, mindestens jedoch 50. Sollte dies in zwei Jahren hintereinander nicht der Fall sein, würde die Realschule doch geschlossen. Zweifel, dass diese Bedingung verfehlt wird, hegt Martin Bachhuber nicht. "Ich bin überzeugt, dass das nicht kommt", sagte der CSU-Landtagsabgeordnete, der Vertreter von Erzdiözese, Kultusministerium, Missionsdominikanerinnen, Schule und Politik am Donnerstag vor der Unterzeichnung des Kontrakts zu einem Runden Tisch nach Schlehdorf eingeladen hatte.

Ob künftig auch Jungen an der Mädchenrealschule in den Unterricht gehen, ist unklar. Im Oktober sollen Eltern, die eine Tochter an der Schule haben, darüber abstimmen. Voraussetzung ist, dass 40 Prozent der Fragebögen ausgefüllt und zurückgeschickt werden. Die Erzdiözese will damit eine "valide Basis" für die Entscheidung bekommen, Buben aufzunehmen. "Das muss im Zusammenhang mit dem Profil der Schule gesehen werden", sagte Beer. Manche befürchten, dass die Mädchenrealschule ihr Alleinstellungsmerkmal verlöre. Die Vorsitzende des Elternbeirats treibt diese Sorge nicht um. Sie habe "kein Problem damit, dass Jungen kommen", sagte Heidi Hofmann, selbst Mutter dreier Töchter. Nötig wäre dann aber ein "ordentliches pädagogisches Konzept".

Schulleiter Manfred Illitz zeigte sich "überaus glücklich, dass es nun eine Möglichkeit gibt, die Schule weiterzuführen". Die Schülerinnen sollen nach dem Ende der Faschingsferien am nächsten Montag über den neuen Stand informiert werden. Dazu will Generalvikar Beer nochmals nach Schlehdorf kommen. Eine Mahnwache in Form einer Dankandacht findet am Mittwoch, 27. Februar, 18 Uhr, an der Schule statt. Mit dem Vertrag sollen die Gespräche aller Beteiligten nicht zu Ende sein. Mit der Unterzeichnung sei "kein Schlusspunkt gesetzt", sagte Beer.

© SZ vom 16.02.2013 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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