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Schäftlarn:Zwei für die Spitze

Schäftlarns Bürgermeisterkandidaten positionieren sich

Das Coronavirus macht den Wahlkampf in Schäftlarn kurz vor der Stichwahl stiller als bisher. Doch die beiden Bürgermeisterkandidaten zeigen ihre Hörner. "Ich bin jung und ich bin ein Generationenwechsel", sagt etwa Christian Fürst, "ich will etwas verändern." Die Wahlwerbung der Grünen suggeriere, dass sein Amtsantritt mit Stillstand gleichzusetzen sei. Doch der 43 Jahre alte CSU-Politiker sieht seine politische Erfahrung als Stärke. Vor 20 Jahren schlug Schäftlarns noch amtierender Bürgermeister Matthias Ruhdorfer Fürst vor, sich für die Gemeinderatswahl aufzustellen. Seitdem ist er Mitglied des Gremiums. Er kenne die Abläufe der Verwaltung und wisse, was das Bürgermeisteramt mit sich bringe, sagt Fürst. Die viele Arbeit, glaubt er, unterschätze sein Konkurrent Marcel Tonnar, der als Parteiloser für die Grünen antritt. Die Gemeindeunion (GU) sprach indes eine Empfehlung für Fürsts Konkurrenten Tonnar aus. "Wahlempfehlungen beinhalten meiner Meinung nach auch immer Absprachen für hinterher", sagt Fürst dazu. So eine Wahlempfehlung habe es in Schäftlarn bisher noch nie gegeben.

CSU-Kandidat Christian Fürst kann politische Erfahrung vorweisen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Doch so wie bisher verläuft in dieser Wahl ohnehin nichts. "Diese zwei Wochen waren schon ein bisschen surreal", sagt Fürst. Das Coronavirus und seine wirtschaftlichen Folgen würden auch vor Schäftlarn nicht Halt machen. Auf die gesundheitliche Krise, "könnte durchaus ein großer Steuereinbruch folgen, der unsere finanziellen Spielräume deutlich einengen wird." Der studierte Politikwissenschaftler sagt: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen können." Doch seine erste Amtshandlung wäre "weiter dazu beizutragen, dass sich die Krise für unsere Bürger und Gemeinde nicht so stark auswirkt."

Kommunalwahl 2020

Marcel Tonnar ist parteiloser Kandidat der Grünen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Während Fürst Flyer und neue Wahlplakate drucken ließ, brachte sein Konkurrent Marcel Tonnar ein Wahlvideo heraus. Genau wie Fürst nennt der 49-Jährige seine Lebenserfahrung als größten Vorzug. "Ich habe mehrere Firmen geleitet, also auch viele Projekte umgesetzt in Europa", sagt der Umweltingenieur. Mehrere Jahre lebte er in Spanien, zurück in Deutschland gründete er ein Ingenieurbüro in Schäftlarn, mit dem er auch Solaranlagen in der Gemeinde plante. Über die Unterstützung der GU zeigte sich Tonnar sichtlich erfreut. Als er sich vergangenen August dazu entschieden habe, als Bürgermeister anzutreten, habe er auch mit der GU darüber gesprochen, sich aber letztendlich für die Grünen entschieden. "Aber mit der GU haben wir sehr große Schnittpunkte", sagt Tonnar. "Wichtig ist, dass neue Impulse für Schäftlarn gesetzt werden müssen." Seine erste Amtshandlung wäre, als erstes, "dass wir diese Corona-Sache hinkriegen und ältere Leute unterstützen." Überdies plant Tonnar eine Bürgerbefragung. Den Bedarf nach Solaranlagen, Sport- und Kulturangeboten möchte Tonnar damit abfragen.

© SZ vom 27.03.2020

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