Der Wanderführer "Das Isartal" verkauft sich in diesem Corona-Sommer besonders gut. Klar: Statt wie sonst in den Süden zu fahren, verbringen die Leute ihren Urlaub heuer in der Heimat. Da ist plötzlich auch ein Buch wieder gefragt, das eigentlich schon ein paar Jahre alt ist. Den Isartal-Wanderführer hat der Isartalverein schon 2014 herausgegeben - mit Wanderwegen zwischen München und Wolfratshausen. Von den insgesamt bislang rund 2500 verkauften Exemplaren gingen in der Region allein im Juni und Juli dieses Jahres 240 über die Ladentische der örtlichen Buchhandlungen.
Nun arbeiten die Umweltschützer vom Isartalverein an einem neuen Band mit Touren zwischen Wolfratshausen und dem Sylvensteinsee. Im kommenden Jahr soll das Wanderbuch fertig sein. Der Süddeutschen Zeitung hat Erich Rühmer, der Vorsitzender des Isartalvereins, schon jetzt drei familienfreundliche Wanderungen aus dem neuen Buch verraten.
Puppling - Holzwirt - Neufahrn
Rühmers erster Vorschlag beginnt beim Gasthof Aujäger in Puppling. Etwa 200 Meter folgt man den Wanderschildern bergauf in Richtung Egling, dann ist man schon mitten im Forst. Rund anderthalb Stunden führt ein Waldweg nun durch die Pupplinger Au in Richtung Südosten bis zur Gaststätte Holzwirt in Ascholding. Unterwegs gewähren die Bauernhöfe in Haarschwaige einen Ausblick auf die umliegenden Wälder.

Von der Gaststätte Holzwirt aus führt ein Weg durch den Wald, vorbei an der Kindswieskapelle, in Richtung Norden nach Neufahrn (Egling). Die Keltenstraße führt den Wanderer durch den Ort bis zur Staatsstraße 2070. Der Wanderer folgt dann dem Weg entlang der Staatsstraße in Richtung Westen, bis er zurück in Puppling ist. Rund drei bis vier Stunden dauert der Rundweg, schätzt Rühmer, etwa zehn Kilometer mag er lang sein, mit wenig Steigung.
Quer durch Dietramszell
Die zweite Tour beginnt bei der Gaststätte Holzwirt in Ascholding. Der Wanderer dreht sich vom Parkplatz aus in Richtung Westen und folgt der Straße "Am Holz" bis sie zur "Auenstraße" wird. Auf der Auenstraße bleiben - aber Achtung: Sie macht zweimal einen Knick. Die geradeaus führenden Straßen tragen einen anderen Namen. Der Weg ist stellenweise bereits mit gelben Dreiecks-Hinweisen des Isartalvereins gekennzeichnet. Am Ende der Auenstraße wendet sich der Wanderer Richtung Tattenkofen.
Parallel zur Isar führt nun ein Weg durch Wald und Flur in Richtung Südosten. Der Wanderer bleibt rund anderthalb Stunden auf ihm bis er sich Richtung Osten wendet, die Staatsstraße 2072 überquert und dem Steinsberger Weg bis nach Peretshofen folgt. Von Peretshofen aus bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Alpen. Der Wanderer folgt nun dem Weg in Richtung Süden nach Rampertshofen, auch hier hat er eine schöne Aussicht.
Wer müde ist, kann hier ins Tal nach Einöd laufen und von dort einen Bus zurück nach Ascholding nehmen. Wer noch ein Stückchen wandern möchte, läuft noch etwa drei Kilometer weiter, über den Kappelsberg bis nach Bairawies und nimmt von dort den Bus zurück. Die Tour dauert rund vier Stunden, schätzt Rühmer. Bis zum Erscheinen des neuen Wanderführers sollen auf dieser Strecke allerdings noch 15 Hinweisschilder angebracht werden.
Von Geretsried nach Osterhofen
Route Nummer 3 lässt sich entweder als Rundweg laufen, oder - wer nicht auf derselben Teilstrecke zurückkehren möchte, wie er losgelaufen ist - mit einer Busfahrt beenden. Auch diese Strecke ist kinderfreundlich und etwa zehn Kilometer lang. Wanderzeit: drei Stunden.
Drei Touren im Überblick
Durch die Au

Start: Puppling Ziel: Neufahrn (Egling) Länge: circa zehn Kilometer Dauer: drei bis vier Stunden Tipp: Der Holzwirt in Ascholding eignet sich auch mit Kindern hervorragend zur Einkehr.
Mit Weitsicht

Start: Ascholding Ziel: Bairawies Länge: knapp zehn Kilometer Dauer: circa vier Stunden Tipp: Pause machen in Peretshofen. Da hat man einen wunderbaren Blick in die Berge.
Über der Isar

Start: Geretsried Ziel: Osterhofen (Königsdorf) Länge: rund zehn Kilometer Dauer: circa drei Stunden Tipp: So traumhaft schön wie am Malerwinkel hat man die Isar noch selten gesehen.
Beide Varianten beginnen an der Tattenkofener Brücke in Geretsried. Die Wanderer laufen ein kurzes Stück entlang der Staatsstraße 2369, biegen dann aber auf den Wanderweg westlich der Isar ein. Auf diesem gehen sie parallel zum Fluss in Richtung Süden bis zum Malerwinkel. Auf dem Malerwinkel haben sie einen schönen Ausblick ins Isartal. Von dort aus schlägt Rühmer den Wanderern zwei Optionen vor: Will man den Rundweg nehmen, bleibt man zunächst an der Seite der Isar und nimmt dann den Weg nach Osterhofen (Königsdorf). Von Osterhofen aus läuft man über Berg und Schuß zurück nach Geretsried. Alternativ, schlägt Rühmer vor, könnten Wanderer auch vom Malerwinkel aus direkt den Weg über Schuß und Berg nach Osterhofen nehmen und von dort nach Königsdorf wandern. Von Königsdorf ließe sich ein Bus zurück nach Geretsried nehmen.
An Rühmers Vorschlägen zeigt sich: Noch bieten die Routen viel Raum für Improvisation. Wer sich auf die Wanderungen einlässt, sollte damit rechnen, dass noch nicht alle Wege ausgeschildert sind. Es ist also von Vorteil, ein Smartphone bei sich zu tragen und eine Frohnatur zu sein, die bei kurzweiligen Verirrungen keine Stimmungsschwankungen bekommt. In jedem Fall sollte man sich die Touren vorher auf der Karte anschauen.
Seit drei Jahren arbeiten Rühmer und seine Kollegen vom Isartalverein an der Neuauflage des Wanderführers für das Isartal von Wolfratshausen bis zum Sylvensteinsee. Bereits 1972 brachte der Isartalverein einen Wanderführer unter demselben Titel heraus - ein grünes Heft mit drei Karten. Für die Neuauflage haben die Mitglieder des Isartalvereins nun ganz neue Wege ausprobiert. Auch Restaurants und Busverbindungen testen sie derzeit noch. Im Frühjahr 2021 soll das Wanderbuch erscheinen - wenn der MVV seine neuen Busfahrpläne herausgebracht hat. 3000 oder 5000 Exemplare will der Isartalverein dann davon drucken, das "Büro Bernard" wurde damit schon vorsorglich beauftragt.
Der 2014 erschienene Isartal-Wanderführer mit Strecken von München nach Wolfratshausen sei übrigens immer noch hochaktuell, sagt Rühmer. Für 5,90 Euro ist dieser in den örtlichen Buchhandlungen erhältlich.