Reden wir über:Sport und Inklusion

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Reden wir über: Olivia Woratsch, Schülerin am Gymnasium Schäftlarn, organisiert im Rahmen des P-Seminars der 11. Klasse ein Sportfest für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung.

Olivia Woratsch, Schülerin am Gymnasium Schäftlarn, organisiert im Rahmen des P-Seminars der 11. Klasse ein Sportfest für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung.

(Foto: Privat /OH)

Die Elftklässler am Schäftlarner Gymnasium organisieren ein Sportfest für Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen.

Von Marie Heßlinger, Schäftlarn

Olivia Woratsch geht in die 11. Klasse des Gymnasiums im Kloster Schäftlarn und nimmt teil am P-Seminar "So oder anders können" - Inklusion. Als Projektarbeit hat die 17-Jährige zusammen mit 11 Mitschülerinnen und Mitschülern die Organisation und Durchführung eines Sportfestes mit Rahmenprogramm gewählt, für die Schülerinnen und Schüler der Partnerschule Don Bosco-Schule Regens Wagner Rottenbuch, wo Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen unterrichtet werden. Das Sportfest findet am Dienstag auf dem Schulgelände im Kloster Schäftlarn statt.

SZ: Olivia, was habt ihr für das Sportfest geplant?

Olivia Woratsch: 110 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern und Betreuern werden uns besuchen. Sie sind alle sehr unterschiedlich, nicht nur vom Alter her, sondern auch in dem, was sie können. Wir haben uns deshalb ein großes Angebot von sportlichen Aktivitäten und ein Rahmenprogramm für sie überlegt, damit jedes Kind mitmachen und Spaß haben kann.

Zum Beispiel?

Auf unseren Besuch warten Stationen wie etwa Klettern, Dosenwerfen, Kegeln, Fußball. Die Kinder können aber auch Armbänder basteln, geschminkt werden oder in einer Hüpfburg sich austoben. Jeder darf mitmachen, wo er mitmachen kann.

Wie habt ihr euch auf das Fest vorbereitet?

Zweimal à zwei Tage haben wir in Rottenbuch an der Schule und der dortigen Tagesstätte hospitiert, um die Kinder und Jugendlichen kennenzulernen. In Workshops haben wir uns mit dem Thema Inklusion sowie geistige und körperliche Behinderung auseinandergesetzt. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich sehr gut an das letzte Sportfest mit Rahmenprogramm 2019 in Schäftlarn erinnern und gerade deswegen haben sie sich sehr auf uns und das bevorstehende Sportfest gefreut. Um uns besser in einen Menschen mit Behinderung hineinversetzen zu können, haben wir in einem dreitägigen Perspektivwechsel die Tage mit Einschränkung wie zum Beispiel Blindheit gelebt und dabei Erfahrungen fürs Leben gesammelt.

Welche Einschränkung hast du gewählt?

Ich habe mich für Blindheit entschieden. In der neuen Situation habe ich mich unsicher gefühlt und war sehr auf meine Bezugsperson angewiesen, wie ein Kind auf seine Mutter. Anflüge von Panik haben mich begleitet, wenn ich nicht wusste, wo meine Freunde sind. Jedoch meine anderen Sinne wurden dabei viel schärfer, zum Beispiel der Hörsinn. Das, was bis jetzt im meinem Leben als leise galt, empfand ich jetzt als sehr laut. Ebenso die Wahrnehmung der Begriffe wie "geradeaus" oder "leicht rechts" war plötzlich nicht mehr selbstverständlich und klar, sondern hat ganz andere Dimensionen erreicht.

Welche Herausforderungen gab es bei der Planung des Sportfests?

In der Zeit von Covid 19 stellt die Planung eines Sportfestes eine wirklich große Herausforderung dar, insbesondere wenn man nicht weiß, ob die geplante Aktion durchgeführt werden kann. Mit viel Optimismus haben wir uns das Sport- und auch Rahmenprogramm überlegt und geplant. Uns wurde ganz schnell bewusst, dass wir alleine das Sportfest nicht stemmen können, ohne Helfer und Sponsoren wäre es nicht möglich. Die Helferlisten wurden rasch gefüllt und wir haben auch tolle Sponsoren gefunden. Dafür sind wir allen Beteiligten sehr dankbar.

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