Leicht macht Leonard Lorenz es sich nicht. Wenn er mit der Kettensäge aus zentnerschweren Holzblöcken filigrane Skulpturen erschafft, ist von der Anstrengung am Ende aber nichts mehr zu spüren. Vornehm und entrückt stehen sie da, teils meterhohe Ideen-Träger, die wirken, als wären sie einer anderen, helleren Sphäre entstiegen. Für den eigenwilligen Künstler sind sie ein Ausdruck der Freiheit, die es ihm ermöglicht, sich gegen den Zeitgeist zu stellen. Von Samstag, 20. September, an lädt er zu einer Kulturwoche in sein Artforum bei Schäftlarn ein und zu einem „Dialog von Form, Musik und Philosophie“.
Zu sehen sind Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde in der unverwechselbaren Farb- und Formensprache des Künstlers. Die Geigerin Andrea Schumacher gestaltet eine Matinee mit Lyrik und Musik unter dem Motto „Lebens-Wandlungen“ (21. September, 11 Uhr). Philosophische Denkanstöße gibt Wolfgang Thorwart mit einem Vortrag zu „Hegels Theorie der Kunst vor dem Hintergrund seiner Gesamtphilosophie“ (26. September, 19 Uhr). „Werde, wer du bist“, sagt Lorenz, der auch mit 77 Jahren noch von Neugier getrieben ist, von Schaffens- und Erkenntnisdrang.

Eine seiner gewichtigsten Arbeiten steht in Tirol. Den „Trommler“, eine 530 Kilogramm schwere Bronze, hat er 2024 für seine Heimatgemeinde Tristach geschaffen. Die verließ er als junger Bursche, um Künstler zu werden – ein verwegener Plan für den Sohn armer Bauern. Nach einer Holzbildhauer-Lehre schloss er an der Münchner Akademie sein Diplom „mit hervorragender künstlerischer Leistung“ ab. Vor 30 Jahren eröffnete er das Artforum im Süden von München und behauptet sich seither als freischaffender und unabhängiger Künstler. Kein leichter Weg, sagt Lorenz. „Aber leicht muss es nicht sein.“
Artforum Lorenz, Starnberger Straße 103 a, Neufahrn bei Schäftlarn, 20. bis 26. September täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet, Informationen unter Telefon 0157/75 367 728 oder www.leonard-lorenz.com

