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Schäftlarn:Kreissparkasse macht Briefkästen zu

Posteingang versperrt: Die Briefkästen der Kreissparkassen-Filiale in Hohenschäftlarn sind mit einer Metallplatte verdeckt worden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Auch in Schäftlarn ärgern sich Kunden, dass sie Überweisungen nicht mehr einwerfen können.

Von Inga-Maria Glahn

Die Außenbriefkästen der Kreissparkasse in Hohenschäftlarn sind geschlossen und können nicht mehr genutzt werden. Für viele Kunden war es bisher ein selbstverständlicher Vorgang, Überweisungsbelege in die dafür vorgesehenen Briefkästen an der Geschäftsstelle zu werfen. Der bleibt ihnen nun verwehrt. Walter Vogel ist empört. Der 85-Jährige ist seit 1990 Kunde bei der Sparkasse und muss nun auf diesen Service verzichten. Die Briefkästen seien zwar noch vorhanden, jedoch seien große Metallplatten davor geschraubt worden, sagt er. "Ich hab's mir zunächst mit Corona-Maßnahmen erklärt."

Vogel hat sich persönlich über die Neuerung in der Filiale beschwert und erhielt daraufhin einige Tage später einen Brief der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg. Darin begründet die Kreissparkasse die Abschaffung der Postkästen damit, dass immer mehr Kunden ihre Überweisungen online oder telefonisch tätigen. "Die Anzahl der bei uns eingehenden Papierbelege nimmt immer weiter ab", heißt es. Zudem soll es nun gesetzlich festgelegte kurze Fristen zur Ausführung der Aufträge geben. Eine rechtzeitige Durchführung könne beim Einwerfen der Überweisungsträger in die Briefkästen nicht gewährleistet werden.

Stattdessen bietet die Kreissparkasse ihren Kunden alternative Möglichkeiten, die "Zahlungsverkehrstransaktionen" schneller und bequemer durchführbar machen sollen: zum einen das Telefon-Banking, welches auch von zu Hause nutzbar und immer abrufbar ist; zum anderen das Online-Banking. Damit ließen sich alle Dienstleistungen im Internet abrufen, erklärt das Institut. Außerdem stünden in allen Filialen weiterhin Selbstbedienungsterminals zur Verfügung und es gebe die Möglichkeit, Überweisungen per Post an die Sparkasse zu senden.

Vogel will diese Alternativlösungen jedoch nicht. Er wirft seine Überweisungsträger seit Jahren in die Briefkästen ein und sieht nicht ein, warum sich das nun ändern sollte. "Ich möchte mein Konto nicht der Kriminalität der Internetschikane freigeben", sagt er über das Online-Banking. Auch die Zettel in der Filiale am Schalter abzugeben, sei für ihn keine Option: "Die Öffnungszeiten sind so, dass Sie sich die nicht merken können." Laut Pressestelle der Kreissparkasse wurden die Briefkästen zunächst aufgrund der corona-bedingten Schließung der Banken abgeschafft. Seit Mai sei die Beseitigung dauerhaft und flächendeckend. An keiner der 24 Filialen sollen noch Außenbriefkästen zur Verfügung stehen. "Die Entscheidung wurde einheitlich für alle unsere Geschäftsstellen getroffen", sagt eine Sprecherin der Kreissparkasse.

© SZ vom 03.09.2020/aip

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