Junges Schachtalent:Zug um Zug zum Titel

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Junges Schachtalent: Viel Geduld zeichnet die erfolgreiche Spielweise von Daniel Hepp am Schachbrett aus. Sein Vater Klaus-Arnold hat beim Spiel mit seinem Sohn meist keine Chance mehr.

Viel Geduld zeichnet die erfolgreiche Spielweise von Daniel Hepp am Schachbrett aus. Sein Vater Klaus-Arnold hat beim Spiel mit seinem Sohn meist keine Chance mehr.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der zehnjährige Daniel Hepp aus Penzberg ist Bayerischer Meister im Schach. Nun stehen die Deutschen Meisterschaften an, auf die er sich akribisch vorbereitet.

Von Tilman Voss

Es ist eine Sportart, die viel Grips erfordert und für viele ein Mysterium bleibt: das Schachspiel. Während manche sämtliche Eröffnungen beherrschen und ihre Gegner in einer niedrigen zweistelligen Anzahl an Zügen schachmatt setzen können, raucht anderen schon der Kopf, wenn sie nur das Wort "Rochade" hören. Der zehnjährige Penzberger Daniel Hepp darf sich getrost zur ersten Gruppe zählen. Nachdem er sich vor einem Monat zum Bayerischen Meister in der Altersklasse U10 krönte, bereitet er sich nun auf die Deutschen Meisterschaften vor, die am 4. Juni beginnen.

Trotz seines jungen Alters spielt Daniel schon eine ganze Weile Schach. Bereits mit knapp fünf Jahren entdeckte er das Spiel für sich. Damals ging er während der Weihnachtszeit mit seiner Mutter in eine Bücherei. Dort sah er zwei Kinder an einem Schachbrett sitzen: "Ich war so inspiriert, dass ich eine halbe Stunde nichts gesagt habe", erinnert er sich. Als er nach Hause kam, habe er seinem Vater ganz direkt gesagt: "Papa, du musst das Christkind nochmal anrufen, ich brauche ein Schachbrett."

Seine Karriere am Brett begann Daniel im Schachclub Penzberg. Mit nur fünf Jahren spielte er seine erste Kreismeisterschaft. Da bei diesem Turnier die niedrigste Altersklasse die Klasse U10 war, spielte er dort gegen bis zu fünf Jahre ältere Gegner - und machte seine Sache gut. Durch sein ausgeglichenes Ergebnis sorgte er dort bereits für Aufsehen. Inzwischen spielt er für den SC Wolfratshausen und trainiert außerdem bei den dort ansässigen "Schachdiamanten", die neben Daniel noch weitere erfolgreiche Nachwuchsspieler weiter ausbilden.

Junges Schachtalent: Mit gerade einmal zehn Jahren hat es Daniel schon zu vielen Auszeichnungen gebracht. Mit dem Schachspiel begann er als Fünfjähriger.

Mit gerade einmal zehn Jahren hat es Daniel schon zu vielen Auszeichnungen gebracht. Mit dem Schachspiel begann er als Fünfjähriger.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die erfolgreiche Spielweise des jungen Talents basiert laut Vater Klaus-Arnold Hepp vor allem auf Geduld: "Daniel nutzt seine Bedenkzeit aus und spielt deutlich langsamer als andere Kinder in seiner Altersklasse." Durch sein ruhiges Vorgehen vermeide er unnötige Flüchtigkeitsfehler, die viele seiner Gegner früher oder später begingen. So gewann er auch die Bayerischen Meisterschaften, indem er sich im letzten Spiel aus einer "aussichtslosen Situation" zum für den Gesamtsieg entscheidenden Remis retten konnte. "Ich dachte, ich verliere das Spiel. Ich hatte eigentlich zwei Bauern zu wenig", sagt Daniel.

Durch den Sieg bei den Bayerischen Meisterschaft hat sich Daniel für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Sein Ziel für den anstehenden Wettbewerb sind die Top 5, wie er selber sagt. Um sich vorzubereiten, gehe er regelmäßig seine Schacheröffnungen durch, erzählt der Zehnjährige. Die Deutschen Meisterschaften finden ab Samstag kommender Woche in Willingen statt. Begleiten wird ihn sein stolzer Vater, für den die Schachkarriere seines Sohnes jedoch auch eine finanzielle Belastung darstellt. So müssen sich beide für neun Tage in dem Hotel einquartieren, in dem das Turnier stattfindet - die Reise- und Übernachtungskosten betragen insgesamt an die 1000 Euro. Deshalb sind Vater und Sohn derzeit auf der Suche nach Sponsoren, um die Kosten zumindest teilweise abfedern zu können. "Es wäre uns sehr geholfen, wenn wir ein wenig Unterstützung erhalten könnten", meint Klaus Arnold-Hepp. Einer möglichst erfolgreichen Karriere für den jungen Penzberger soll schließlich nichts im Wege stehen.

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