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Rundgang durchs Badeparadies:Trimini offiziell eröffnet

In den ersten vier Wochen waren schon 40 000 Besucher in der neuen Therme am Kochelsee. Sie soll zugleich auch ein Familienbad bleiben.

Elf Tage, nachdem das Trimini am 27. März seine Türen geöffnet hat, ist dort der 15 000. Gast begrüßt worden. Fast 40 000 Besucher waren es bis Montag. Nach einer vergünstigten Anfangsphase wurde das Wellnessbad am Montagmittag feierlich eröffnet. Weil sich sowohl der Betreiber, die Kristall Bäder AG, als auch die Gemeinde Kochel große wirtschaftliche Erfolge von dem Badeparadies erhoffen, ist auch die stellvertretende Ministerpräsidentin und bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zu der offiziellen Einweihungsfeier mit rund hundert geladenen Gästen gekommen.

Beim Rundgang durch die Therme begutachtete Aigner die vielen Saunen und Entspannungsbecken ganz genau. Auch sie outete sich bei der Begehung als Fan von Sauna und Wellness, obwohl dafür nur selten Zeit bleibe: "Wenn man dann mal Zeit hat, ist es wunderschön", sagte die 52-Jährige. Neben Aigner waren der Aufsichtsratvorsitzende der Kristall Bäder AG und ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), der Vorstandsvorsitzende der Kristall Bäder AG, Gerd Bittermann, und der Bürgermeister der Gemeinde Kochel am See, Thomas Holz (CSU), anwesend. Beim Blick in die Saunen kamen die Gäste und Gastgeber ins Schwitzen - der Saunabereich war zwar für die Öffentlichkeit geschlossen, Saunen und Becken jedoch in Betrieb. Nur vor dem Dampfbad machten die Gäste Halt.

Kristall trimini Kochel

Günther Beckstein, Ilse Aigner und Thomas Holz nutzten die Gelegenheit und testeten die Panoramaterrasse.

(Foto: Manfred Neubauer)

Mit den Um- und Neubauten ist das Angebot insbesondere für Saunafans deutlich größer geworden. Das gesamte Bad erstreckt sich nun auf 12 000 Quadratmetern und drei Stockwerke. Die Fläche wurde um mehrere Außen- und Innenbecken mit unterschiedlichen Heilwassern, fünf neue Saunaanlagen, ein Dampfbad sowie einen türkischen Hamam erweitert. Als Highlight gilt die Panoramasauna mit Blick über den Kochelsee auf den Herzogstand für rund 300 Gäste. Auch die Terrassen und Balkone bieten den Besuchern eine beachtliche Kulisse.

Die Sonnenterrasse hatte noch vor der offiziellen Eröffnung Aufregung ausgelöst. Mehrere Spaziergänger hatten sich über nackte Saunagäste auf der Terrasse beschwert, die von dem Gehweg am Seeufer aus zu sehen seien. Man habe die Beschwerden an den Betreiber weitergegeben, der hervorragend reagiert habe, sagte Bürgermeister Holz. "Der Bereich wurde mit Pflanzen bis auf Kopfhöhe abgedeckt. Insofern ist das Thema für uns erst mal erledigt", sagte er.

Kristall trimini Kochel

Das neue Trimini vom See aus gesehen. Zahlreiche neue Saunen, Innen- und Außenbecken sind dazu gekommen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Zufrieden mit dem Projekt zeigte sich in seiner Rede Günther Beckstein. "Das Projekt insgesamt hing am seidenen Faden; bei einem Scheitern wäre ein viele Jahre dauernder Rechtsstreit die Folge gewesen, kein Besucher hätte das Trimini aufsuchen können", sagte er. Nach der europaweiten Ausschreibung, einem zweistufigen Teilnahmewettbewerb und einem langwierigen und intensiven Verhandlungsverfahren war das Projekt an die Kristall Bäder AG vergeben worden. Daraufhin hatte die Europäische Kommission Beschwerde eingereicht, was die Beteiligten "überrascht" habe, wie Bürgermeister Holz sagte.

"Die schönste Therme Europas wird zugleich ein Familienbad bleiben", sagte Günther Beckstein. Rutschen und Gumpen sind nach wie vor vorhanden, neben einem Panorama-Innenbecken mit Allwetterrutsche gibt es im Außenbereich ein 27- Meter-Becken mit Sprungturm. Das große Freigelände mit Liegebereich und ein neu gestalteter Seezugang mit Kiesstrand, großzügigen Rasenflächen und einer Strandbar sollen die Besucher zu Tausenden nach Kochel locken.

Auf die hohen Eintrittspreise - eine Tageskarte für die Sauna-Therme kostet 41,50 Euro - ging Beckstein ebenfalls ein: "In Presse und Facebook hat es manche Anfragen gegeben, dass die Eintrittspreise nicht billig sind. Aber ich muss hier ganz klar sagen: Die hohe Qualität hat bei dem Bau ihren Preis." 25 Millionen Gesamtkosten müssten refinanziert werden. Für Jugendliche sei ein Tarif aber angepasst worden. Die Eintrittskarte für den normalen Badebereich kostet für Sechs- bis 15-Jährige für zwei Stunden statt fünf Euro jetzt nur noch vier Euro. Kinder unter sechs Jahren zahlen dort 1,50 Euro.