Projekte im Kurviertel:Tölzer Rosenhof wird ausgebaut

Projekte im Kurviertel: Der Rosenhof an der Benediktbeurer Straße im Kurviertel soll um drei Wohnplätze erweitert werden. Der Real-Verbund betreibt darin eine sozialtherapeutische Einrichtung für psychisch Erkrankte.

Der Rosenhof an der Benediktbeurer Straße im Kurviertel soll um drei Wohnplätze erweitert werden. Der Real-Verbund betreibt darin eine sozialtherapeutische Einrichtung für psychisch Erkrankte.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der städtische Bauausschuss billigt die Erweiterung der sozialtherapeutischen Einrichtung um drei Wohnplätze unter der Dachkuppel. Anderen Bauvorhaben im Badeteil erteilt das Gremium eine Absage.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Der Tölzer Rosenhof darf ausgebaut werden. Das villenartige Gebäude am Rande des Kurviertels beherbergt die sozialtherapeutische Einrichtung "Haus Rosenwinkel" des Real-Verbunds für psychisch Erkrankte. Dort gibt es derzeit 58 Betten, nun sollen drei Wohnplätze durch einen Umbau des Speichers hinzukommen. Geplant sind überdies ein Bad, eine Toilette, ein Koch- und Essbereich, ein Lager und ein Treppenhaus. Die Stadträte befürworteten das Vorhaben im Bau- und Stadtentwicklungsausschusses ohne Gegenstimme.

Im Juli hatten sie diesem Projekt noch mit einer knappen Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen eine Absage erteilt. Der Grund: Die vorbereitende Untersuchung für das Sanierungsgebiet Badeteil hatte damals noch nicht vorgelegen. Dieses Werk präsentierte Bauamtsleiter Christian Fürstberger erst Ende November im Stadtrat. Zwischenzeitlich hatte allerdings das Tölzer Landratsamt bereits erklärt, dass eine Genehmigung für den Ausbau des Rosenhofs nicht versagt werden könne, nachdem die Untersuchung mittlerweile seit 2018 andauere und noch immer nicht fertiggestellt sei.

Das Grundstück gilt im künftigen Rahmenplan ohnehin nicht als Tourismus-Fläche. Vielmehr liege es in einer Vorrangzone für Gesundheit, worunter die sozialtherapeutische Einrichtung zweifelsohne falle, so Fürstberger. Für Stadtbaumeister Florian Ernst ist das Gebäude mit seinen Dachkuppeln und seinen signifikanten Balkonen "ein Wahrzeichen der einstigen Kurarchitektur". Einer der drei Wohnplätze soll unter der Kuppel entstehen, wozu dort zwei Fenster eingebaut werden. Das gesamte Gebäude wächst durch das Projekt um 29 Zentimeter auf dann 14,10 Meter. Die bestehende Fluchttreppe wird hinauf zum Dachgeschoss erhöht.

Stadträte lehnen Ferienwohnungen in der "Villa am Park" erneut ab

Die Umwandlung der Gästezimmer in der "Villa am Park" in drei Ferienwohnungen lehnte der Bauausschuss hingegen erneut ab. Dieses Vorhaben war bereits 2021 und nochmals im April 2023 beantragt worden, beide Male ohne Erfolg. Zuletzt hatten die Stadträte ihre Absage auch auf die vorbereitende Untersuchung zum Sanierungsgebiet Badeteil gestützt, die sich noch in Arbeit befand. Das Areal der um 1900 erbauten Villa am Bergweg gilt darin nun zwar nicht als Tourismus-Fläche, doch das Maß der baulichen Nutzung hält das Stadtbauamt weiterhin für "deutlich zu hoch". Geplant sind 126, 153 und 155 Quadratmeter große Ferienwohnungen samt Umkleidezimmer und Kellerabteil.

Vier Ferienwohnungen befinden sich im Haus Weber im Zentrum des Kurviertels. Das Anwesen in der Herderstraße 2 soll in ein Mehrfamilienhaus mit vier Mietwohnungen umgewandelt werden - drei davon größer, eine kleiner als 65 Quadratmeter. Auch diesem Vorhaben schoben die Stadträte im Bauausschuss einen Riegel vor. Die geänderte Nutzung hatten sie zuvor zwar schon genehmigt, der geplante Kinderspielplatz von 53,88 Quadratmetern fällt nach der 2021 überarbeiteten Satzung jedoch zu klein aus. Demnach müsste er zumindest 60 Quadratmeter groß sein. Dies sei durch kleine Eingriffe in den Grundriss auch zu erreichen, etwa durch Verlegung der Fluchttreppe, so Ernst.

Am Rande des Kurviertels liegt die ehemalige Gaststätte am Zeilerfeldweg. Sie soll nun zu einer Wohnung umfunktioniert werden. Ob dieses Projekt im Außenbereich teilprivilegiert oder sonst rechtlich zulässig ist, soll Fürstberger zufolge das Landratsamt bewerten: "Wir selbst lassen das offen." Karsten Bauer (CSU) befürchtet, dass durch die Umnutzung ein Präzedenzfall geschaffen wird, und lehnte das Vorhaben als einziger Stadtrat ab. Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair (FWG) bedauerte den Wegfall einer Gaststätte: "Das liegt aber weniger an den Pächtern als an den fehlenden Nutzern."

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