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Reden wir über:Zukunft von Mikro-Häusern

Geretsrieds Zweiter Bürgermeister Hans Hopfner.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Bürgermeister Hopfner sieht kaum Chancen für Baugenehmigung

Mit der Idee eines Tiny-House-Dorfes ist der Verein "Einfach gemeinsam leben" bislang unter Stadtpolitikern auf Skepsis gestoßen. Denn das für das Projekt vorgesehene Grundstück bei Gelting liegt im Außenbereich. Hier etwas zu bauen, auch wenn es nur mobile Kleinsthäuser sind, gilt als rechtlich problematisch. Jetzt steht das Tiny-House-Projekt auf der Tagesordnung für den nächsten Entwicklungs- und Planungsausschusses (EPA) des Stadtrats. Geretsrieds Zweiter Bürgermeister Hans Hopfner, SPD, wird die Sitzung, die öffentlich ist, am Donnerstag, 11. Juli, leiten. Beginn ist um 17 Uhr. Was das für das Vorhaben bedeutet, verrät er im Gespräch.

SZ: Zum Projekt haben Sie sich bisher selbst skeptisch geäußert. Hat das Tiny-House-Dorf jetzt doch eine Chance?

Hans Hopfner: Meine Skepsis ist immer noch da. Das Grundstück, das der Verein vorschlägt, ist für dieses Projekt nicht geeignet. Es liegt im Außenbereich. Nach der bayerischen Bauordnung ist der Wohnungsbau im Außenbereich leider nicht möglich.

Warum steht das Vorhaben dann auf der Tagesordnung des EPA?

Der Verein hat ja in einem offenen Brief geschrieben, dass er eine grundsätzliche Meinungsäußerung von der Stadtpolitik haben möchte. Der EPA ist dafür das richtige Gremium. Über das Projekt haben wir in einer nicht-öffentlichen Stadtratssitzung schon einmal gesprochen. Da wurde entschieden, dass es öffentlich behandelt werden sollte. Deshalb steht es nun auf der Tagesordnung.

Was bedeutet das für das Vorhaben?

Grundsätzlich wird keiner sagen, das Projekt wollen wir nicht. Die Idee hat einen gewissen Charme. Das Problem ist einzig und allein das Grundstück. Es ist leider Außenbereich und daher nicht genehmigungsfähig. Wenn wir dem Vorhaben dort von Seiten der Stadt zustimmen, würden wir größte Probleme von übergeordneten Behörden bekommen.

Der Verein behauptet, dass es sich bei der Ziegelei um ein bereits erschlossenes und bewohntes Gebiet handelt. Das würde ein Tiny-House-Dorf möglich machen.

Da ist keine Anbindung an ein Wohngebiet. Das kann man nicht so auslegen. Die bestehenden Gebäude in der Ziegelei haben Bestandsschutz. Heute wird das dort nicht mehr möglich sein. Uns sind die Hände gebunden. Wenn der Verein ein anderes geeignetes Grundstück hätte, würde es im Stadtrat eine Mehrheit geben.

© SZ vom 10.07.2019
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